Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813
Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813. 221 Präsident Graf Michael Wallis durch, dass alle etwas kostspieligen Vorkehrungen, mit Rücksicht auf die Finanznoth des Staates abgewiesen wurden. Die Heeresleitung forderte einen jährlichen Aufwand von 83'16 Millionen — Wallis erklärte, das sei für die Finanzen unerschwinglich; pro September 1810 verlangte der Hofkriegsrath 9 Millionen, der Kaiser*) forderte in einem Handschreiben den Grafen Bellegarde auf, nicht mehr als 54 Millionen jährlich in Anspruch zu nehmen. :j Wallis Hess sich die Ansicht, dass Oesterreich für die nächsten zehn, vielleicht für dreissig Jahre an keinen Krieg denken könne, nicht nehmen. In Folge dieser Ansicht wurden die heilsamsten Vorschläge für eine bessere Wehrverfassung beseitigt und selbst jene nicht beachtet, die bei einer Mobilmachung als augenblicklich nothwendig in vorderster Linie standen. „Graf Wallis schlug der Armee nicht weniger tiefe Wunden, als Napoleon selbst,“ sagte später Graf Radetzky.3) Die Folgen dieser Sparsamkeit am Unrechten Orte sollten sich in dem Augenblicke zeigen, da das Schicksal Europa’s in die Hände Oesterreich’s gelegt wurde. Ohne eine gewaltige Armee konnte kein Krieg, mit dem durch die Strapatzen der vorjährigen Campagne arg hergenommenen Auxiliar-Corps4) unmöglich einem Napoleon der Frieden dictiert oder er gar „vernichtet“ werden, umso weniger, als man durchaus nicht überzeugt zu sein vermochte, dass Russland in dem begonnenen Krieg auch wirklich standhaft ausharren werde. Sonst untrügliche Kennzeichen Hessen dies sogar bezweifeln. Graf Metternich konnte desshalb gewiss nichts Klügeres thun, als in der nachdrücklichsten Weise seine Friedensvermittlung solange anzubieten, bis die Zeit gewonnen !) „Es ist schrecklich, wie Einen der Wallis drückt!“ pflegte Kaiser Franz zu sagen. 2) Beer, Die Finanzen Oesterreichs im XIX. Jahrhundert. Prag. 1877. 3) Der k. k. österr. FM. Graf Radetzky. Stuttgart u. Augsburg. 1858. „Le spectacle“, schrieb Lebzeltern am 26. März 1813 an Metternich, „que Ton a eu de notre Corps Auxiliaire point payé pendant des mois et degue- nillé, a fait une impression fächeuse qui me désole et que je dissipe de mon mieux. Le nom du Cte. de Wallis ä qui l’on attribue ces maux et bien d’autres sóit á tort ou ä raison, est dans toutes les bouches plus qu’ä Vienne et accompagné des niemes benedictions . “ Haus-, Hof- und Staats-Archiv.