Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

154 Sacken. Darstellung zu ersehen. Man konnte sich nicht leicht ein richtigeres Verhältniss zwischen dem Commandanten und dem Generalstabs- Chef vorstellen, als es hier vorlag. Der Commandant die dis­ponierende, der Generalstahs-Chef die ausführende Kraft. Jener die einfachen, aber immer zutreffenden Gedanken bietend, dieser der scharfe Denker, der feine, kluge Geist, dabei eine unermüdliche Arbeitskraft mit ungemein gründlichem Schaffen und Wirken, begünstigt durch die glückliche Eigenschaft eines vortrefflichen Conceptes, einer zwingenden Logik im Gedankenausdrucke. Auch die weitere militärische Laufbahn Heniksteins war eine ausgezeichnete, hervorragende. Im Jahre 1854 zum Generalmajor, 1859 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, ward ihm im Feld­zuge 1859 ein Truppen-Commando in Tyrol unter FZM. Grafen Degenfeld übertragen, wo er mit besonderer Umsicht den schwierigen, allerdings zu keinen grösseren Affairen führenden Gebirgskrieg leitete. 1860 wurde er erster General-Adjutant der Armee im* lombardisch-venetianischen Königreiche; 1863 Comman­dant des 5. Armee-Corps, 1864 Chef des Generalstabes der Armee. Da kam das verhängn iss volle Jahr 1866. Als der Doppelkrieg ausbrach und zum Commandanten der Nord-Armee Benedek, dieser Soldat de pur sang, dieser „Kitter ohne Furcht und Tadel“ ernannt wurde, schien es da nicht im vollsten Masse gerecht­fertigt, Henikstein, der sich in allen Gebieten des militärischen Wissens und Könnens auf den Schlachtfeldern Italiens und Un­garns, wie auf allen anderen wichtigsten und schwierigsten Posten glänzend bewährt hatte, dem Armee-Commandanten als Generalstabs-Chef zur Seite zu stellen? Unwillkürlich denkt man an die Analogie Legeditsch—Henikstein und nun Benedek—Henik­stein! War man da nicht zu den besten Hoffnungen berechtigt? Es sollte anders kommen. Persönliche Eindrücke. Dem Schreiber dieser Zeilen war es gegönnt, im 20. Lebensjahre stehend, als dem General-Quartier- meister-Stabe zugetheilter Oberlieutenant in Dienstleitung beim 4. Armee-Corps zu stehen, ursprünglich im Corps-Hauptquartiere, dann als Generalstabs-Officier der Brigade Görger, sowie stellver­tretend bei der Division Sr. kaiserlichen Hoheit des Herrn Erz­herzogs Leopold, den Ausmarsch dieser Division leitend. Im 20.

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