Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditscli. 109 Kamptz bestätigt, hat das königl. preussische Ministerium nicht weniger, als mich in Erstaunen gesetzt und wir erwarten begierig die Berichte, welche uns über die Beweggründe zu einem solchen Beschlüsse belehren sollen. Die beiden Grossmächte handeln im Namen des Bundes. Der Zweck, den sie anstreben, ist Bundes­zweck und unbezweifelbar im Interesse der Stadt Hamburg — von der Grenze von Vorarlberg bis an die Thore von Hamburg haben alle Bundesstaaten, welche die kais. Truppen als Bundes- Truppen durchschreiten, eine Pflicht darin gesehen, die Aufgabe dieser Truppen zu fördern; die militärische Nothwendigkeit end­lich, den Verbindungspunct zwischen der Aufstellung in Altona und im Lauenburgischen nicht unbesetzt zu lassen, ist so in die Augen fallend, dass die Weigerung auf keinem haltbaren Grunde beruhen kann. Die beiden Mächte glaubten umso mehr eine dem hohen Senate der Stadt Hamburg gefällige Massregel zu nehmen, als die Auflösung der Armee in Holstein eine Menge nicht ganz sicherer Gäste nach Hamburg werfen kann. Ich habe Ew. Hochg. Anzeige nach Wien telegraphisch gemeldet. Die kais. Befehle sind übrigens in Uebereinstimmung mit dem am 15. hier Beschlossenen an FML. von Legeditsch erlassen. Wir erwarten, dass Hamburg bei reiflicherer Erwägung und seiner Bundespflicht eingedenk, nicht einer von ganz Deutsch­land beschlossenen und im Interesse von ganz Deutschland, Hol­stein mit inbegriffen, liegenden Bundesdisposition sich wird ent­ziehen wollen. So wie ich durch Ew. Hochg. genauer unterrichtet bin, werde ich die Ehre haben, abermals zu schreiben. Ich bitte einst­weilen das Heutige, das ich im Einvernehmen mit Sr. Excellenz dem königl. Herrn Minister-Präsidenten ablaufen lasse, zur Kennt- niss des hohen Senates zu bringen und auf den Umstand auf­merksam zu machen, dass die Truppen ihren Unterhalt zu bezahlen haben.“ Baron Prokesch-Osten an den Gesandten zu Hamburg­Grafen Lützow. Berlin, den 23. Januar 1851. „Obwohl mir der Text der Antwort des hohen Senates durch E. Hochgeboren noch nicht zugekommen ist, kenne ich denselben

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