Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)
Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)
80 Hausenblas. seien. Lafayette, gegen den bereits ein Yerhaftsbefehl ergangen war, fühlte sich nicht mehr sicher, er verhess mit vielen gleich- gesinnten Offieieren die Armee am 19. August und flüchtete über Bouillon auf österreichisches Gebiet, wo er bei Rochefort von den kaiserlichen Vorposten angehalten und nach Namur gebracht wurde. Da Lafayette von den Verbündeten stets als Gegner des legitimen Princips und als Verbrecher an seinem König angesehen worden war, wurde er nicht als Emigrant, sondern als Staatsgefangener behandelt und trotz seines Protestes in Antwerpen interniert. *) Die Stärke der Ardennen - Armee betrug bei der Flucht Lafayette’s circa 15—20.000 Mann, welche in dem Raume zwischen Carignan, Sedan und Mouzon vertheilt waren.* 2) Auch Luckner war während dieser ganzen Zeit unthätig geblieben. Am 23. August zog er die in Fontoy stehenden Truppen an sich und marschierte bis hinter Metz, jedoch nur, um bei Frescati neuerdings ein Lager zu beziehen.3) Während der Beschiessung von Longwy hatte sich der Marsch der zurückgebliebenen Corps der Verbündeten wie folgt gestaltet: Die Hessen überschritten am 16. August bei Goarshausen den Rhein und marschierten über Simmern und Hirschfeld nach Trier, wo sie am 21. eintrafen, am 22. bezogen sie das Lager von Tawern und Fellerich, daselbst mehrere Tage stehen bleibend. General Köhler war am 18. aus der Stellung von Tawern über Graevenmachern nach Stadtbredimus und am 19. August nach Remich marschiert, woselbst er bis zu dem am 26. erfolgten • Eintreffen Hohenlohe’s verblieb. Die Emigranten rückten am 18. August von Conz nach Graevenmachern, am 19. nach Stadtbredimus, wo sie gleichfalls das Eintreffen Hohenlohe’s abwarten sollten. Es standen somit am 26. August: 4) Preussen: General Köhler bei Remich (linkes Mosel-Ufer), Haupt-Armee bei Longwy. !) K. A. 1792; vm, 95V4, 106, 107, 111, 124. 2) K. A. 1792; VIII, 128. 3) K. A. 1792; VHI, 128. 4J Siehe Tafel.XU-