Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

!) Massenbacli I, 41. 2) Cabinets-Acten, Hohenlohe 5. 3) Bischoffswerder an Hohenlohe. K. A. 1792; VHI, 9. 5* ständen seiner Operationen“ machen.t) Der König von Preussen dagegen war voll der kühnsten Hoffnungen, hatte stets nur den grossen Zweck des Kriegszuges vor Augen und drängte, besonders als die Ereignisse in Paris die Sicherheit Ludwig XVI. immer mehr und mehr in Frage stellten, lebhaft nach vorwärts. Der Herzog, nicht gewohnt, die eigene Meinung Höheren gegenüber zu vertreten, gab in seinen Unterredungen mit Friedrich Wilhelm II. immer nach und so tragen alle seine Befehle den Stempel des vorausgegangenen Kampfes zwischen den Wünschen des Monarchen und des Feldherrn eigener Anschauung. Hiedurch ergab sich, nicht eben zum Vortlieile der allgemeinen Interessen, gar mancher Widerstreit, zumal auch die Ansichten Hohenlohe’s oft nicht mit jenen Braunschweig’s übereinstimmten, da der Feldzeugmeister sich nur schwer entschliessen konnte, an die Saar zu gehen, ohne früher Kellermann geschlagen zu haben. „Wenn es von mir abgehangen hätte,“ berichtet Hohenlohe am 25. August dem Kaiser,* 2) „so würde ich meine Operationen auf Eisass gerichtet haben. Jetzt schon würde sich die Kellermann’sche und Biron’sche Armee gewiss in sehr üblen Umständen befinden, anstatt dass sie durch meine Be­wegungen rechts Luft bekommen hat und noch obendrein mit denen 7 Bataillons und 6 Escadrons unter Feldmarschall-Lieutenant Erbach bei Speyer beobachtet werden muss. Da dieser in allem Betracht üble Krieg doch geführt werden musste, so glaube ich, dass die ersten Operationen doch blos militärische hätten sein sollen, statt dass diese auf Politik und Muthmassungen sich zu gründen scheinen.“ Bei diesem Mangel an Uebereinstimmung in den leitenden Kreisen konnte man der Zukunft wohl nicht allzu hoffnungsfroh entgegen­blicken, wenn Hohenlohe sich auch mit anerkennenswerther Selbst- verläugnung allen seiner Ueberzeugung widersprechenden Befehlen fügte und der Herzog seinerseits den Feldzeugmeister wiederholt ersuchen liess, jeden Zweifel über seine aufrichtige Gesinnung schwinden zu lassen. 3) Am 6. August ergieng aus dem Lager von Conz abermals die Weisung an Hohenlohe, über Merzig an die Saar zu rücken

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