Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

zurükzogen. Von Rülzheim ging Hohenlohe nach Knittelsheim, wo er aut die Truppen Custines stiess. Diese zogen sich bei dem Erscheinen der österreichischen Husaren auf dem nach Offenbach führenden Damme in Unordnung zurück. Die versumpfte Niederung des Spiegelbaches verhinderte die Husaren jedoch, die Gegner zu verfolgen; sie mussten sich mit der Eroberung einer Regiments- Standarte und des feindlichen Lagers begnügen. Hohenlohe gieng hierauf nach Zeiskam zurück und vereinigte sich hier mit dem zweiten Detachement, das aus einer Division Chevauxlegers und 300 Mann Infanterie bestand, die an der Queich postiert worden waren, um einen allfallsigen Rückzug der Cavallerie zu decken. Beide Colonnen rückten nun wieder in das Lager von Lingenfeld ab. Das dritte Detachement, 200 Wurmser-Husaren unter Oberst- Lieutenant Wagenheim, war über Lustadt und Fischlingen nach Edesheim gerückt und recognoscierte von hier gegen Essingen, wo man in Erfahrung brachte, dass General Kellermann in Offen­bach stehe. Auch hier kam es zu einer Attaque gegen eine fran­zösische Cavallerie-Abtheilung, die mit Verlust von 25 Todten und 13 Gefangenen geworfen wurde. Die kaiserlichen Truppen hatten an diesem Tage 4 Todte und 17 Verwundete eingebüsst. Die Recognoscierung überzeugte Hohenlohe, dass Kellermann noch bei Landau stehe, in Folge dessen er sich entschloss, den­selben anzugreifen; nur wollte er noch das Eintreffen Condés ab- warten, um durch dessen Vermittlung möglicherweise die lieber gäbe Landaus herbeizuführen. Dieser hatte seine Truppen am 1. August bei Kreuznach concentriert, war am 3. nach Alzey, am 4. nach Göllheim marschiert und sollte nun über Neustadt gegen Landau Vorgehen. Am 6. erreichte seine Vorhut Edesheim und Edenkoben, sein Gros Neu­stadt. In der Nacht vom 6. zum 7. August brach auch Hohenlohe von Lingenfeld auf, um gegenüber von Landau, bei Dammheim eine Stellung zu beziehen. Der Marsch wurde um Mitternacht angetreten und erfolgte in 2 Colonnen. Die linke, welche der Feldzeugmeister persönlich führte und bei der die Generale Waldeck und Kollonits eingetheilt waren, bestand aus 4 Escadronen Wurmser-Husaren, 2 Escadronen Kinsky-Chevauxlegers, 2 Escadronen Erzherzog Joseph-Dragoner, dem Leib-Bataillon von d’Alton, dem 3. Bataillon de Vins und

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