Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Unruhen in Galizien 1846
36 Unruhen in Galizien 1846. Podgorze. Krakau. er nach kurzem Widerstande und unter ungeheuren Verlusten warf. Als seine Avantgarde bald darauf vor Wieliczka erschien, räumten die Insurgenten die Stadt fast widerstandslos. General Collin war gleichfalls am 26. Februar von Wadowice aufgebrochen und am 27. Nachmittags vor Podgorze angelangt. Sogleich wurde zum Angriffe auf den Ort geschritten und derselbe nach längerem Strassenkampfe genommen. Die Insurgenten erlitten auch hier bedeutende Verluste und büssten die Verbindung mit Krakau ein, da sich die Truppen Collins der Podgorzer Brückenhälfte bemächtigt hatten. Durch die rasch aufeinanderfolgenden Schläge bei Gdow, Wieliczka und Podgorze, die Bauernerhebung in Galizien und die Annäherung von Truppenverstärkungen war die Sache der Revolution verloren; nur in Krakau selbst mussten die letzten Zuckungen noch unterdrückt werden. In dieser Stadt wusste man die Russen im Anmarsche und auch preussische Occupations-Truppen waren zu erwarten. General Collin stand nur durch die anschwellende Weichsel getrennt; die Insurgenten hielten es daher für gerathen, mit diesem in Unterhandlungen zu treten. General Collin wies jedoch am 2. März die auf eine Capitulation abzielenden Anträge der Revolutionäre zurück. In Folge dessen entfloh die Revolutions-Regierung und die Häupter der Bewaffneten, worauf sich die Stadt Krakau am 3. März dem Willen der drei Schutzmächte bedingungslos unterwarf Am 3. März rückten die Russen, fast gleichzeitig mit ihnen die Oesterreicber und am 7. März die Preussen daselbst ein. Die di-ei Grossmächte kämen nun überein, den Freistaat Krakau dem österreichischen Kaiserstaate einzuverleiben, um weiteren Umtrieben vorzubeugen, was am 6. November 1846 auch vollzogen wurde.