Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1812 in Russland

in Russland. 31 Gegner in einer Stellung hinter dem Muchawiec durch acht Tage zähen Widerstand geleistet hatte, zog er seine beiden Corps in der Nacht vom 10. zum 11. October hinter die Liesna. Am 13. October wurde eine Stellung bei Siemjaticzi bezogen. Hier änderte sich plötzlich und unerwartet die Lage. Tschitschagoff war nämlich an die Berezina abgerückt, um sich dem vorauszusehenden Rückzug Napoleons von Moskau entgegenzuwerfen. Er Hess den General Sacken mit 47 Bataillonen, 32 Escadronen, 8 Batterien und 3 Kosaken- Regimentern gegenüber Schwarzenberg stehen, während General Essen den Bug oberhalb Brest Litewski überschritt und sich gegen Warschau wandte. Schwarzenberg überschritt in Folge dessen den Bug, nahm die Richtung auf Biala und schlug hier General Essen am 18. October vollständig. Vor Ende October erhielt das Corps Schwarzenberg Ver­stärkungen aus Lemberg, während die französische Division Durutte zu dem sächsischen Corps stiess. Am 19. October hatte Napoleon seinen verhängnissvollen Rückzug angetreten. Gegen Ende des Monates scheint die Lage der Haupt-Armee, sowie die Bewegung und Bestimmung Tschitscha- goffs dem Auxiliar-Corps bekannt geworden zu sein. Der Feldmarschall entschloss sich, General Sacken mit den Sachsen festzuhalten und mit seinem Corps Tschitschagoff zu folgen. Fürst Schwarzenberg überschritt den Bug, Anfangs November den Narew und marschirte sodann auf Slonim. Admiral Tschitschagoff hatte einen Vorsprung von drei Tagen, als die Oesterreicher bei Slonim anlangten, die Sachsen waren in einem Abstande von drei Tage­märschen zurückgeblieben. General Sacken stürzte sich auf diese und schlug sie am 16. November bei Wolkowysk. Fürst Schwarzen­berg erschien jedoch nach einem forcirten Marsche im Rücken der Russen, erstürmte Izabelin und beendete das Gefecht mit einem glänzenden Erfolge. Die Russen wichen auf Brest Litewski zurück, wurden scharf verfolgt und erlitten an diesen Tagen sehr bedeutende Verluste Trotz des ungeheuer strengen Winters und des schweren Mangels, welchem sein Corps ausgesetzt war, entschloss sich Fürst Schwarzenberg abermals, in Tschitschagoffs Rücken gegen Slonim zu operiren; er erreichte es am 7. December. Tschitschagoff hatte indess seinen Marsch über Minsk nach Borissow fortgesetzt und Biala. Wolkowysk. Izakelin.

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