Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien

24 Feldzug 1809 vorgerückt und General Trauttenberg musste sich mit seiner kleinen Abtheilung hinter die Wisloka zurückziehen. Die Russen überschritten auch diesen Fluss und rückten gegen den Dunajec vor. Hiedurch in der rechten Flanke bedroht, war auch der Erz­herzog Ferdinand gezwungen, den Rückzug hinter die Nida anzu­treten. Die Division FML. Mondet wurde nach Miechow beordert, bei Opatowiec eine Schiffbrücke zur Verbindung mit General Trauttenberg geschlagen, worauf dieser dieselbe seinerseits mit FML. Eggermann herstellte, der von Lemberg nach Dukla zurück­gegangen war. Die polnische Armee unter dem Fürsten Poniatowski war indess in den ersten Tagen des Monates Juli bei Pulawy über die Weichsel gegangen, hatte sich dann mit der Abtheilung des Generals Zajonczek vereinigt und richtete ihren Marsch über Opatow, Rachow, Pinczow gegen die Stellung der Oesterreicher an der Nida; ebenso folgte die Abtheilung des Generals Dom- browski der Colonne des FML. Mondet gegen Zarnowiec und Wodzislaw. Dies war die Lage, in der sich das siebente Armee- Corps den 5. und 6. Juli zur Zeit der Schlacht von Wagram befand. Der Erzherzog war genöthigt, sich in einem grossen Halb­kreise um Krakau aufzustellen, um diesen Punct so lange als möglich zu decken; hier war er entschlossen, sich mit der polni­schen Armee zu messen. Zu Beginn des Feldzuges 1809 hatte Oesterreich, im Ver­trauen auf seine friedlichen Beziehungen zu Russland, alle Truppen aus Ost-Galizien herausgezogen. In Lemberg blos war eine schwache Garnison, im Lande nur wenige Depót-Abtheilungen zurückge­blieben. Als Fürst Poniatowski am 18. Mai Sandomierz und am 20. Zamosc nahm und eine polnische, durch Insurgenten verstärkte Heeres-Abtheilung über Rawa auf Lemberg vorrückte, verhess der Commandirende, FML. Fürst Hohenlohe, die Hauptstadt und sammelte alle zerstreuten Truppen hinter dem Dnjester. Ende Mai bildeten diese unter dem Commando des FML. Merveldt eine Division mit im Ganzen 29 Compagnien und 6 Escadronen, circa 4000 Mann Fusstruppen und 600 Reiter. Entsprechend den aus dem Norden nach Ungarn und in die Bukowina führenden Ein­bruchslinien, stand die Brigade Grasser von Zydaczow bis

Next

/
Thumbnails
Contents