Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien

22 Feldzug 1809 Gorzyoe. Sandomierz. und das Corps marschirte über Sochaczew, Blonie, Raszyn, Gura nach Warka. Der Feind drängte nach; General Dombrowski rückte gegen Rawa und die Pilica vor. Einem Stosse der Colonne FML. Mondet aus Warschau wich der Gegner aus; dagegen überschritten einige Tausend Insurgenten in der Nähe von Warschau die Weichsel und Erzherzog Ferdinand hess deshalb Warschau in der Nacht vom 2. zum 3. Juni räumen; FML. Mondet nahm eine Stellung bei Bledow, auf der Strasse von Warschau nach Novemiasto, zu­gleich Rawa und Biala festhaltend. Indessen wandte sich das Gros des Corps über Radom und Opatow gegen Sandomierz, um diesen wichtigen Punct wieder zu nehmen. Ein erfolgreicher Kampf am 12. Juni bei Gorzyce gegen den General Fürst Poniatowski, der hier die Vereinigung mit den Russen erwartete, Detachirungen gegen das von den Polen besetzte Lemberg und gegen die Russen leiteten die Unternehmung auf Sandomierz und die Absicht ein, die polnische Armee noch vor Ankunft der Russen zu schlagen und Lemberg wieder zu besetzen. Während der Erzherzog selbst nun den Fürsten Poniatowski bei Gorzyce festhielt, wurde GM. Geringer mit der Erstürmung des Brückenkopfes bei Sandomierz beauftragt. Der am 15. Juni mit grosser Bravour in vier Colonnen unternommene Sturm gelang zwar nur theilweise, brachte aber dem Commandanten, General Sokolnicki, der eine 4000 Mann starke Besatzung befehligte, doch die Ueberzeugung bei, dass er ausser Stande sei, noch einen zweiten Sturm abzuwehren und so wurde Sandomierz am 12. Juni mit allen seinen Werken an die Oester­reicher übergeben. Erzherzog Ferdinand liess dieselben zerstören und die eroberten Vorräthe nach Krakau schaffen. Mittlerweile hatte sich die russische Armee unter dem Fürsten Galizin mit den polnischen Truppen am San vereinigt. Nach der Einnahme von Sandomierz fanden es die Anführer der vereinigten polnischen und russischen Armee zweckentsprechender, ihre Opera­tionen zu trennen und Fürst Poniatowski entschloss sich, auf das linke Weichsel-Ufer überzugehen und auf demselben vorzurücken, während die russische Armee auf dem rechten über die Wislokaund denDuna- jec in Ost-Galizien Vordringen sollte. Dies nöthigte auch den Erzherzog Ferdinand zur Theilung seiner Streitkräfte. Eine Brigade, 4V2 Ba­taillone und 4 Escadronen, unter General Trauttenberg blieb auf dem rechten Ufer den Russen gegenüber stehen. Mit dem Gros,

Next

/
Thumbnails
Contents