Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1788-1789 in Galizien und der Bukowina

16 Feldzug 1788—1789 in Galizien und der Bukowina. Focsani. Nachdem Chotin gefallen war, rückte der grössere Theil des Coburgischen Corps nach Siebenbürgen zur Verstärkung des dortigen Armeetheiles ab. Als durch den Rückzug des türkischen Heeres unter dem Grossvezier die nächste Gefahr für Siebenbürgen geschwunden war, wurde der Marsch des Coburgischen Corps ein­gestellt und es bezog dasselbe Winterquartiere zwischen dem Szeret und Siebenbürgen; das Corps-Hauptquartier gelangte nach Roman; die Vorposten folgten dem Laufe des Bistritz-Flusses zwischen Piatra und Bakeu. Die russischen Winterquartiere lagen um Jassy, Battusan, im Prut- und im Reut-Thale; ihr linker Flügel stand bei Orchei im Reut-Thale. Durch die Stellung der verbün­deten Truppen zwischen Bakeu und Orchei war mehr als die Hälfte der Moldau in ihrem Besitze; die Hauptstadt und eine eroberte Festung lagen in ihrem Rücken. Die Friedens-Verhandlungen im Winter 1789 führten zu keinem Resultate. Schon im Monate März machten drohende Bewegungen der Türken aus der Walachei her gegen die Front der österreichi­schen Winterquartiere das Zusammenziehen eines Theiles der Front bei Bakeu nothwendig. An den ersten erfolgreichen Offensiv-Unter- nehmungen der Russen auf Galatz nahmen die österreichischen Truppen keinen Antheil, weil sie sich von Siebenbürgen nicht zu weit trennen wollten. Als aber der neuernannte Commandant der bei Berlad stehenden russischen Division, General Suwarow, durch einen lebhaften Briefwechsel das vollste Verständniss mit Prinz Coburg erzielte, trat an Stelle der zuwartenden Haltung der Oester­reicher eine erfolgreiche Thätigkeit. Am 28. Juli vereinigte sich das Corps Cobui-g und die Division Suwarow bei Adsehud; die Verbündeten zählten 23.000 Mann. Der Vormarsch derselben gegen den hinter dem Putna-Flusse mit der Hauptmacht bei Focsani stehenden 30.000 Mann starken Gegner begann am 30. Juli; am 1. August wurde derselbe erreicht und geschlagen. Gleich hier­nach wurde die russische Division nach Berlad zurückberufen; Coburg liess sein Corps auf walachischem Boden lagern und rechnete auf eine gemeinschaftliche Vorrückung in die Walachei mit dem Siebenbürger Corps. Diese Unternehmung wurde durch die allgemeine Lage gehindert; dagegen liefen Nachrichten über die Bewegung eines zahlreichen türkischen Heeres von Braila auf Focsani ein und auch bei Buzeu sammelten sich feindliche 1

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