Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869-1870

Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869—1870. 513 tober in Aussicht genommenen Aufgabe wurde dem GM. Dormus übertragen und demselben hiezu alle momentan in der Gegend von Cattaro vorhandenen und disponiblen Truppen unterstellt. Nach der von FML. Wagner am 17. October ausgegebenen Disposition sollte die Vorrückung von der Küste aus in 3 Colonnen erfolgen. Die Haupt-Colonne trat die anbefohlene Vorrückung am 19. October von Risano aus an und erstieg die langen, von der Küste aufwärts führenden Serpentinen ohne einem nennenswerthen Widerstande von Seite der Insurgenten zu begegnen, da die letzteren die von ihnen bezogenen Positionen nach einigen Schüssen aus den Gebirgs-Geschützen sofort geräumt hatten. Dessenungeachtet vermochten die Truppen in Folge des beispiellos ungünstigen Terrains und der grossen Ausdehnung der Colonne, nur langsam imd unter bedeutenden Anstrengungen Boden zu gewinnen. Als sich in der rechten Flanke stärkere Banden bemerkbar machten, welche durch Geschützfeuer nicht zum Verlassen ihrer Deckung zu bestimmen waren, mussten zu deren Vertreibung zwei Bataillone des 44. Infanterie-Regiments unter Oberst Graf Vetter ausgeschieden werden, was bei der Unwegsamkeit des Bodens zu beiden Seiten der Colonne mit neuerlichem Zeitverluste verbunden war. Die dem Obersten Grafen Vetter beigegebene Raketen-Batterie setzte sich während der Vorrückung auf 1000 Schritte dreimal ins Feuer und nach je 3—4 Raketen-Würfen schienen die Aufstän­dischen allemal spurlos verschwunden, um auf anderen Puncten jedoch alsbald wieder aufzutauchen. In Folge dessen mussten auch die zwei Bataillone wiederholt ihre Marschdirection ändern, Stellung nehmen oder sich wieder ausbreiten und kamen schliesslich ganz von dem Gros ab, mit welchem sie sich erst nach mehrstündigen unsäglichen Anstrengungen und nachdem sie zwei hohe Berge überklettert hatten, in der Nähe von Knezlac wieder zu vereinigen vermochten, in dessen Umgebung GM. Dormus die Colonne nun­mehr biwakiren liess. Weit ungünstiger noch gestalteten sich inzwischen die Marsch­verhältnisse bei dem rechten Flügel, der Colonne des Obersten Fischer, denn diese hatte, mit einem Bataillon über Stepen vorgehend, die zerrissenen Hänge, von Orahovacz und Drazinvrt aus, ohne jeden Weg erklimmen müssen und war in Folge dessen statt in die Ebene von Dragal, am 20. Mittags erst bis Ledenice inferiore Ledenice in­feriore.

Next

/
Thumbnails
Contents