Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 491 Bükszád. Schässburg. Brigade Eisler bei Bükszád ein siegreiches Gefecht gegen Gál Sándor. Letzterer hatte eine in der Front fast unangreifbare Position bezogen, es aber unterlassen, dieselbe auch in den Flanken zu sichern. Auf beiden Flügeln umgangen, brachen die Ungarn das Gefecht ab und zerstreuten sich mit Zurücklassung aller Geschütze in den Gebirgen. Das Corps des FML. Clam hatte keinen Feind mehr vor sich. Als Bem seine Truppen bei Maros-Vásárhely sammelte, um das Corps Clam abermals anzugreifen, verschob General Lüders den projectirten Entsatz von Karlsburg und beschloss, vorher das feindliche Gros aus dem Felde zu schlagen. Lüders marschirte mit seinem Corps über Mediasch gegen Schässburg und beorderte den General - Lieutenant Grottenhjelm, nach Maros-Vásárhely vorzu­rücken. Gleichzeitig erhielt der mit seiner Brigade in Fogaras belassene russische GM. Dick den Befehl, am 28. Juli gegen Kő­halom (Reps) aufzubrechen. In Hermannstadt blieb der General- Lieutenant Hassfort mit 5 Bataillonen, 300 Kosaken und 2 Batte­rien zürück. Lüders, der am 28. Juli nach Schässburg gelangte, hegte die Absicht, daselbst stehen zu bleiben, bis GM. Dick sich mit ihm vereinigt haben würde. Am 31. Juli meldeten Kosaken- Patrouillen den Anmarsch einer starken feindlichen Colonne von Székely-Keresztur gegen Schässburg. Es war Bein selbst, der mit 7000 Mann und ungefähr 18 Geschützen von Udvarhely angerückt kam und eben im Begriffe stand, seine beabsichtigte Operation über Mediaseh nach Hermannstadt auszuführen. Um halb 10 Uhr Vor­mittag griff er die russischen Vorposten bei Teufelsdorf und Weiss­kirchen mit Uebermacht an und drängte sie nach Schässburg zurück. Da die Strasse von Maros-Vásárhely sich westlich von Schässburg mit jener von Mediasch vereinigt, konnte General Lüders nur einen Theil seiner Truppen dem Feinde entgegenstellen, während der andere am entgegengesetzten Ausgange der Stadt zurückblieb, um Flanke und Rücken zu decken. Der Kampf begann mit einer heftigen Kanonade. Wiederholt versuchten die Ungarn, die Rück­zugslinie der Russen zu bedrohen, indem sie Truppen über die das Defilé einschliessenden Höhen entsendeten und schliesslich das dort aufgestellte russische Bataillon verdrängten. Der Erfolg war aher nur von kurzer Dauer, da die russischen Reserven dem Feinde die errungenen Vortheile mit dem Bajonnette bald wieder entrissen.

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