Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

484 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Kornecel. Talmács. Boicza. Rothentlmrm­Pass. Weg nach Hermannstadt einzuschlagen, fand sich aber bei Betlen bereits den Kosaken gegenüber und trachtete, dieser Umfassung durch einen Uferwechsel zu entgehen. Hiebei wurden 120 Ungarn niedergehauen, der Rest der Garnison von Fogaras aber gefangen­genommen. Am 19. Juli erreichte GM. Engelhardt eben Porumbák, als er erfuhr, dass der Feind die Brücke bei Fenyőfáivá (Girelsau) be­setzt hatte. Der russische General dirigirte desshalb seine Avant­garde gegen Szakadat, liess hier eine Ponton-Brücke über die Alt schlagen und dann gegen Kastenholz (Hermány) vorrücken. Diese hob in Kornecel (Cornitzel) ein feindliches Piket von 1 Offi- cier und 30 Husaren auf. Als GM. Engelhardt auf dem rechten Ufer der Alt gegen Vestény (Westen) weiter marschirte, wurde dem feindlichen Detachement in Fenyőfáivá der Rückzug nach Hermannstadt abgeschnitten und dieses genöthigt, nach Talmács zu retiriren. Am 20. Juli rückte das russische Armee-Corps bis Vestény (Westen) vor und erfuhr daselbst, dass der Feind Her­mannstadt schon am vorhergehenden Tage geräumt habe und nach Mühlenbach abgezogen sei. Am 21. Juli bei Tagesanbruch wurden eine russische Brigade, das Scharfschützen-Bataillon, ein Kosaken- Pulk und zwei Batterien zum Angriffe auf den bei Talmács stehenden Gegner bestimmt. Nach kurzem Gefechte wichen die Ungarn in die feste Stellung bei Boicza zurück. General Lüders entsendete ein Bataillon Jäger in die linke Flanke des Gegners, um die den Rothenthurm-Pass dominirenden Höhen zu ge­winnen und den Feind aus seiner Stellung zu drängen, sodann über das Gebirge in das Lotriora-Thal zu marschiren und die Ungarn, wenn sie bei der Contumaz Widerstand leisten sollten, durch einen Flankenangriff entweder zur Waffenstreckung oder zum Rückzug auf walacliisches Gebiet zu zwingen. Die Umgehung der Position bei Boicza gelang, aber die Ungarn gingen in guter Ord­nung nach der bei der Haupt-Contumaz errichteten Redoute zurück. Die Russen beschossen dieselbe aus Zwölfpfündern und rückten, als die Umgehungs-Colonne im Lotriora-Thale erschien, zum Sturme vor. Der Feind zog sich nach Zurücklassung eines demontirten Geschützes nach Kiemen (Kineschti) auf walachischem Boden zu­rück, wo er, von einer türkischen Abtheilung hiezu aufgefordert, am 21. Juli die Waffen streckte. Sechs Geschütze, 3 Munitions-

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