Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

482 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Sibot-Berg. Tartlau. Kököser Brücke. Uzon. Mojets zurück. Das nach dem Sibot-Berge abgesendete Detache­ment stiess daselbst auf den Feind, vertrieb ihn und vereinigte sich am 21. Juni wieder mit seinem Gros. Oberst Lein rückte am 19. Juni bis Hirsa, nahe an der Grenze Siebenbürgens vor und veranlasste dadurch die Ungarn, sich in die Contumaz am Passe Oitoz zurückzuziehen. Als General Lüders erfahren hatte, dass Bem mit 12.000 Mann gegen Bistritz marschirt sei, um den General-Lieutenant Grottenhjelm in die Bukowina zu drängen, beschloss er zunächst den Háromszékei' Bezirk zu entwaffnen, wozu General-Lieutenant Hassfort mit einer Brigade, einem Uhlanen-Regiment, 200 Kosaken und 12 Geschützen bestimmt ward. Hierauf wollte Lüders gegen Hermannstadt operiren, um dem österreichischen Corps den beab­sichtigten Einmarsch durch den Rothenthurm-Pass zu erleichtern. General-Lieutenant Hassfort marschirte am 23. Juni bis Tartlau (Prásmár), griff am folgenden Tage den Feind, welcher die Brücke über den kleinen Schwarz-Bach besetzt hielt, an und drängte ihn nach kurzem Kampfe auf sein Gros zurück, das, aus 4500 Mann Infanterie, 300 Reitern und 20 Kanonen bestehend, unter Gál Sándor bei der Kököser Brücke stand. Hassfort liess die Stellung des Gegners von 2 Bataillonen, 4 Escadronen und 2 Geschützen umgehen, was bei den tief eingeschnittenen Ufern des Schwarz-Baches mit grossen Schwierigkeiten verbunden war, und zwang dadurch den Feind, in eine neue Position bei Uzon zurückzugehen. Als aber die Reiterei der russischen Umgehungs- Colonne die ungarische Infanterie durch eine glänzende Attaque in Unordnung brachte, wich Gál Sándor nach Kézdi-Vásárhely zurück. Die Russen verloren an diesem Tage 39 Mann, die Ungarn 30 Todte, viele Verwundete und einen Munitions-Wagen. General-Lieutenant Hassfort, der in Kézdi-Vásárhely am 29. Juni die Colonne des Obersten Lein an sich gezogen hatte, kehrte nach Zerstörung der von den Ungarn angelegten Waffen- und Munitionsfabriken wieder nach Kronstadt zurück. Kundschafter meldeten am 1. Juli, dass Gál Sándor seine Streitkräfte gesammelt habe und mit 6000 Mann und 30 Geschützen gegen Kronstadt vorzurücken beabsichtige. Eine gegen die Kököser Brücke entsendete russische Recognos- cirungs-Abtheilung fand daselbst thatsächlich ein starkes feindliches Detachement mit 12 Geschützen. GM. Adlerberg verstärkte den

Next

/
Thumbnails
Contents