Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 479 Zalathna. Karlsburg. Karlsburg. Abrud Bánya. Magyar-Igen. Walacben rückten nun einerseits gegen Halmágy, anderseits gegen Déva vor, wo sie die ungarischen Cernirungs-Truppen bedrohten. Czetz, der damals in Siebenbürgen commandirte, di- rigirte am 23. Mai 2» Bataillone, 2 Rohr- und 2 Raketen-Geschütze, unter Beke, gegen Zalathna und Topánfalva, liess ein Bataillon gegen Brád vorrücken und bestimmte zuletzt auch noch das Streif-Corps unter Inczédy zur Unterwerfung des Zaránder-Comi- tates. Am 26. Mai versuchte eine 800 Mann und 3 Geschütze zählende walachische Abtheilung die Colonne Beke’s auf ihrem Marsche nach Zalathna im Rücken anzufallen, wurde aber unter Mit­wirkung des ungarischen Belagerungs-Corps vor Karlsburg, welche Festung seit 25. März cernirt war, mit Verlust vieler Leute und einer Kanone geschlagen. Vier Tage später, am 30 Mai aber griff der unermüdliche Janku mit mehreren Tausend Walachen die Aufstellung des ungarischen Belagerungs-Corps vor Karls­burg bei Borbánd, Tövis und Maros-Porto an und brachte demselben empfindliche Verluste bei. Er wurde schliesslich zwar zurückgeschlagen, wusste sich aber an diesem Tage und später noch wiederholt mit der Festungs - Besatzung in Verbindung zu setzen. Am 16. Juni warf Janku eine starke ungarische Abthei­lung, welche Abrud Bánya besetzt hatte, bis Zalathna zurück. Wenige Tage später unternahm er einen neuen Angriff und trieb die Ungarn bis Magyar-Igen. Bem eilte nun selbst herbei, um die Walachen aufzuhalten und eine neue Offensive der Ungarn einzuleiten. Am 24. Mai hatte der russische General der Infanterie von Lüders von seinem Kaiser den Befehl erhalten, mit dem in der Moldau und Walachei stehenden 5. Armee-Corps, in Ueberein- stimmung mit der österreichischen Süd-Armee die Offensiv- Operationen gegen Siebenbürgen und Ungarn zu beginnen und Szegedin als Operations-Object zu betrachten. General Lüders wählte die Vorrückungslinie durch Siebenbürgen längs der Maros nach Szegedin und concentrirte sein Corps bei Plojesti, Focsani und Kimpulung. Dasselbe bestand aus 26 Bataillonen, 34 Escadronen und 68 Geschützen und zählte zusammen 25.000 Mann. Das österreichische Armee-Corps, welches im Winter-Feld­zuge zur Räumung Siebenbürgens gezwungen worden war, vom FML. Clam Gallas zu Czernetz in der Walachei befehligt, ward

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