Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

472 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Salzburg. G-ross­Scheuern. Salzburg. Mühlenbach. Salzburg trat FML. Puchner am 31. Januar den Rückzug gegen Hermannstadt an. Die beträchtlichen Verluste, welche Bern in den letzten Gefechten erlitten hatte, nöthigten ihn, seine Operationslinie zu wechseln und die ihm von der ungarischen Regierung ver­sprochene Verstärkung in einer Defensivstellung bei Salzburg zu erwarten. In dieser Absicht sandte er den Oberstlieutenant Kemény am 1. Februar über Salzburg, Reussmarkt (Szerdahely), Mühlen­bach (Szász-Sebes) und Szászváros (Broos) nach Déva, wo er die erwarteten Verstärkungen an sich ziehen und hierauf in Eil­märschen wieder zurückkehren sollte. Um diese Bewegung zu maskiren, rückte Czetz mit einem Detachement gegen Gross-Scheuern vor, während Bern selbst sich gegen Salzburg wandte. Czetz vertrieb die kaiserlichen Vortruppen am 1. Februar aus Gross- Scheuern, nahm ihnen 30 Gefangene und einige Munitions-Wagen ab und marschirte dann nach Salzburg zurück, worauf FML. Puchner Gross-Scheuern wieder besetzen liess. Bern verstärkte seine ohnehin günstige Position bei Salzburg und unternahm, um seine Absichten zu verbergen, verschiedene De­monstrationen in der Richtung gegen Hermannstadt. Ohne sich durch diese Thätigkeit des talentvollen feindlichen Führers beirren zu lassen, schritt FML. Puchner am 4. Februar wieder zum Angriffe. Die Kaiser­lichen gingen bis an die Stellung des Gegners vor, stellten aber das Gefecht wieder ein und zogen sich auf einen, die Ebene beherr­schenden Berg zurück. Bern sandte seine Truppen zur Ver­folgung nach, wobei aber sein linker Flügel von der kaiserlichen Reiterei zersprengt und auch sein Centrum in Unordnung gebracht wurde. Eine neue Attaque der Puchner’schen Reiterei entblösste das Centrum ihrer Gegner derart, dass der genannte General nur durch einen Zufall der Gefangenschaft entging und die ungarischen Truppen gegen Reussmarkt (Szerdahely) entflohen, den ganzen Train, viele Gefangene und 16 Geschütze in den Händen der Sieger zurücklassend. Die österreichsche Reiterei verfolgte den Feind bis Toporcsa. Bern liess seine Verwundeten und Kranken noch in der Nacht úach Mühlenbach abführen, wo sie aber von den Walachen niedergemetzelt wurden. Er erschien am Morgen des 5. Februar vor Mühlenbach, trieb die Landsturmmänner mit

Next

/
Thumbnails
Contents