Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848 — 1849. 467 vorzustossen und die genannte Brigade von zwei Seiten anzu­greifen. GM. Pott marschirte aber in der Nacht zum 1. August in aller Stille von Neuhäusel über Czike nach Tardosked, um die nach S arány detachirte Colonne seinerseits abzuschneiden. Der Feind, welcher seine Absichten durchkreuzt sah, nahm die meisten seiner Truppen wieder in die Festung zurück und GM. Pott rückte am 3. August nach Neuhäusel. Am 31. Juli unternahm der Feind mit 3 Compagnien, '/2 Escadron und 1/i Batterie auch einen An­griff auf Küszegfalva, um die daselbst befindlich gewesene, aber bereits abgebrochene, Ponton-Brücke zu zerstören. Die mit dem Aufladen der Pontons beschäftigten Pionniere kamen durch den während der Dunkelheit erfolgenden, unvermutheten Angriff in Unordnung und gingen bis Aranyos zurück, was zur Folge hatte, dass eine für den 1. August beabsichtigte Diversion zur Unterstützung der Brigade Pott unterbleiben musste. General Klapka hatte bei Neuhäusel und Martos nur eine schwache Nachhut stehen gelassen und die übrigen Truppen, in der Absicht, einen Entscheidungsschlag gegen das schwache Cernirungs- Corps auf dem rechten Donau-Ufer zu führen, in die Festung zu­rückgezogen. In der Nacht zum 3. August sammelte Aschermann in O-Szöny ein starkes Detachement, griff damit die bei Almás stehenden österreichischen Truppen an und zwang sie zum Rück­züge nach Neszmély. Aschermann richtete hierauf seinen Marsch gegen Tömörd, wo er mit einer zweiten, gleich starken Colonne unter Kosztolányi in gleiche Höhe gelangte und, durch die vor­liegenden Terrain wellen gedeckt, gegen Mocsa vorrückte. Das in diesem Orte befindliche kaiserliche Detachement wurde von zwei Seiten angegriffen und nach einem kurzen Gefechte gefangenge­nommen. Die Colonne Aschermann wandte sich nun gegen Nagy- Igmánd und jene Kosztolányi’s gegen Puszta-Csém. Gleichzeitig debouchirten zwei weitere ungarische Colonnen aus Ö-Szöny. Die eine unter Schulz rückte, um die Brigade Barco in der Front zu beschäftigen, gegen Puszta-Herkály, während die zweite unter Janik gegen den Acser Wald marschirte, um diesen mit Sturm zu nehmen, sobald Herkály im Besitze der Ungarn sein würde. — GM. Barco war auf die erste Nachricht von dem Ausfälle in der Richtung gegen Mocsa aufgebrochen, wurde aber vom FML. Collo- redo gegen Herkály zurück beordert. Mittlerweile hatten die ungari­Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 32 Köszegfalva. Almás. Mocsa. Puszta­Herkály.

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