Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

462 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Teregova. Mehadia. Déva disponirt, um die Verbindung mit dem russischen Corps des Generals der Infanterie Lüders aufzusuchen. Letzterer hatte mit seiner Vorhut schon am 14. August Déva besetzt, musste diese aber, als Bem und Gujon mit ihren Truppen am 17. vor Déva erschienen, nach Piski zurückziehen. Zwischen zwei Feuer ge- rathen, benützte Bern einen von Lüders erhaltenen 24sttindigen Waffenstillstand, um mit Guy on, Stein, dem jüngeren Perczel und etwa 100 Begleitern nach der Walachei zu entfliehen. Schon früher hatten Kossut, Dembinski, Mészáros, Vetter, Kmety, Moritz Perczel, Wysocki, Asboth u. a. über Widdin dasselbe gethan. Zur Verfolgung der feindlichen Colonnen unter Lázár und Dessewffy, welche ihren Rückzug über Karáusebes nahmen, be­stimmte FML. Liechtenstein die Brigade Simbschen. Diese marschirte am 16. August bis Szákul, schob am folgenden Tage ihre Avantgarde nach Kavaran vor und besetzte, um die Verbin­dung des Feindes mit Siebenbürgen zu bedrohen, Csutta mit einem Streif-Commando. Die Gegner verhessen in der Nacht zum 19. August Karánsebes und wichen auf der Hátszeger Strasse zu­rück. Noch am Abende desselben Tages streckte Lázár mit dem Reste des 9. Corps, 3000 Mann, 600 Pferde und 36 Geschütze, die Waffen. FML. Wallmoden nahm sein Hauptquartier in Karánsebes und liess eine Avantgarde nach Szadova und am 22. August bis Kornia vorrücken. Diese stiess bei Teregova auf eine feindliche Abtheilung und trieb sie in die Flucht. Am 23. August ging die auf 7 Compagnien, 2 Escadronen und '/2 Raketen-Batterie ver­stärkte Avantgarde gegen Mehadia vor. Hier hatte eine feind­liche Abtheilung Position gefasst, sie wurde aber beim ersten An­griffe über die Béla Reka vertrieben. In dem sogenannten »Schlüssel von Mehadia« bezogen die Ungarn eine neue Stellung, aus der sie die lagernden Kaiserlichen durch ein heftiges Geschütz- und Kleingewehrfeuer beunruhigten. Als aber ein weiteres Ba­taillon zur Verstärkung der Avantgarde beordert wurde, zog der feindliche Befehlshaber, Foktner, in der Nacht gegen Orsova und setzte sich bei dem nördlich von diesem Orte gelegenen Schlüssel- puncte Koramnik fest. Bevor die verfolgenden k. k. Truppen die Re- tirirenden einholen konnten, hatten diese bereits den Uebergang auf türkisches Gebiet bewirkt.

Next

/
Thumbnails
Contents