Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 449 Angriffe. Der Feind zog sich vor den energisch vorgehenden Kaiserlichen zurück und deckte sich hiebei durch einzelne, eche- lonirte Divisionen, welche von der kaiserlichen Reiterei nach ein­ander angegriffen und geworfen wurden. Im fortgesetzten Gefechte drangen die Téten der Cavallerie-Division bis nahe an Nagy-Jécsa vor, welches Dorf so stark von Infanterie und Artillerie besetzt war, dass FML. Wallmoden das Gefecht bis zum Eintreffen des 3. Armee-Corps abbrechen Hess. Als dieses anlangte und zum An­griffe vorging, hatte der Feind den Ort bereits geräumt. Der Ver­lust in diesem Reitergefechte bezifferte sich bei den Oesterreichern auf 32 Mann, bei den Ungarn auf 70 Todte, mehrere Gefangene, darunter 3 Officiere, 1 Kanone und 1 Estandarte. Die Belagerung von Temesvár wurde von den Ungarn am 7. August aufgehoben. Sie begannen an diesem Tage die Munition und das Geschütz nach Arad abzuführen, wo Görgei mit dem 1. Corps seiner auf das äusserste erschöpften Armee schon am 9. August eintraf. In Arad, wo sich unter Querlonde eine 6500 Mann starke Reserve-Division sammelte, waren seit 7. August Lebens­mittel für 80.000 Mann angehäuft. Vor Temesvár hatten die Ungarn am 14. Mai 1849 zwischen Mehala und Josephstadt die ersten Batterien zu bauen angefangen. Die Bombardements am 18. und 23. Mai gaben Zeugniss von der Energie der Belagerer, welchen die Besatzung aber nur eine desto regere Wachsamkeit und Ausdauer entgegensetzte. Am 9. Juni demaskirten die Ungarn vor der Josephstadt eine aus 15 Geschützen bestehende Batterie, mit deren Feuer sich am 11. die Würfe aus der zwischen der Mehala und Josephstadt erbauten Mörser-Batterie vereinigten. Das Bombardement dauerte, mit geringen Unter­brechungen, durch volle acht Tage. Während einer Pause griff der Gegner, in der Nacht vom 15. zum 16. Juni, mit bedeutenden Streitkräften von der Josephstadt aus den rechten Flügel des ver­schanzten Lagers an, wurde aber mit beträchtlichem Verluste zurückgeschlagen. Am 1. Juli vollendeten die Belagerer auf eine Distanz von 450 Klaftern vom bedeckten Wege ihre erste Parallele und in den nächsten Tagen verstärkten sie die Zahl der Cernirungs- Truppen immer mehr und mehr. General Vécsey brachte die Zahl Temesvár.

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