Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

442 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Uj-Szegedin. mit und zu zu Ufe der Brigade Jablonowski, einem Theile der Brigade Benedek I einem russischen Jäger-Bataillon, dann einigen Batterien der schütz-Reservc, eine Brücke zu schlagen, den Fluss-Uebergang forciren und den am jenseitigen Ufer angelegten Brückenkopf nehmen. Zu diesem Behufe wurden das Castell und die am 'r situirten Häuser Szegedins mit einer dichten Schützenlinie besetzt, welche gegen 3 Uhr ein lebhaftes Feuer auf den gegen­über postirten Feind eröffnete. Unter dem Schutze dieser Tirailleurs wurden die Batterien placirt, welche das Feuer um 4 Uhr auf- nahmen, und die Vorbereitungen zum Brückenschlag getroffen. Um diesen zu erleichtern, entsendete der FML. Liechtenstein unter GM. Jablonowski 2 Bataillone, eine zwölfpfündige und eine Raketen- Batterie flussaufwärts, um die Theiss am Nordende der Stadt auf Pontons zu passiren und die Stellung des Feindes in der rechten Flanke anzugreifen. Dagegen wurde am Südende der Stadt Szegedin eine russische Batterie placirt, um die gegenüber liegende feind­liche Batterie unter Kreuzfeuer nehmen und den abziehenden Gegner hindern zu können, gegen Török-Kanizsa zu retiriren. Die feindlichen Batterien wurden bald zum Schweigen gebracht und Uj-Szegedin durch Raketen in Brand gesteckt. Ohne das Ein­greifen der Colonne Jablonowski abzuwarten, liess Fürst Liechten­stein den GM. Benedek und das 12. Jäger-Bataillon sogleich auf Pontons überschiffen Die Jäger warfen sich mit solchem Ungestüm auf den Gegner, dass sie im ersten Anlaufe 1 Officier und 30 Mann gefangennahmen und 1 Kanone sammt Munitionswagen erbeuteten. Bis zur Vollendung des Brückenschlages war jedoch die Lage der überschifften Truppen eine sehr bedenkliche. Der Gegner, die ge­ringe Zahl der auf dem linken Theiss-Ufer befindlichen öster­reichischen Streitkräfte gewahrend, ging wiederholt mit starken Infanterie-Abtheilungen zum Angriffe vor, wurde aber durch das wohlgezielte Feuer der hinter Zäunen und Hecken eingenisteten Jäger jedesmal zurückgetrieben. Als eine Grenadier-Division zur Unterstützung nacbgerüekt war, drangen zwei Jäger-Compagnien an den Brückenkopf vor und nahmen denselben mit dem Bajonnette, während eine Raketen-Batterie auf der Strasse voreilte und die Geschütze des Gegners zum Schweigen brachte. Nachgesendete Truppen-Abtheilungen und ein Detachement, welches der am linken Theiss-Ufer angelangte GM. Jablonowski entsendete, completirten

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