Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)
Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)
84 Hausen blas. Aufrestuifif erhaltend. In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni beo CT mächtigten sich die österreichischen Jäger und Scharfschützen, unterstützt durch Infanterie, der Vorstädte von Courtray, welche der Commandant der französischen Vorhut, General Jarrys, am Nachmittage des 28. in Brand gesteckt hatte. ') Am Vormittage des 29. Juni wurden die Kaiserlichen zwar wieder aus Courtray vertrieben, als aber am 30. früh Morgens abermals zwei Bataillone Oesterreicher gegen die Stadt vorgingen, zeigte sich diese als von den Franzosen im Laufe der Nacht geräumt. Marschall Luckner, verbittert und verstimmt über die Vorfälle in Paris, wie über die Disciplinlosigkeit seiner Truppen, gab nicht nur die weitere Offensive überhaupt auf, weil der gehoffte Aufstand der Belgier ausblieb, sondern trat sogar in der Nacht vom 29. zum 30. Juni den Rückzug über Halluin und Werwick nach Lille an, da er, die Kraft der Oesterreicher zwischen der Schelde und Lys bedeutend überschätzend, fürchtete, von Lille abgeschnitten und gegen Dünkirchen oder Furnes gedrängt zu werden. Mittlerweile trafen im französischen Hauptquartiere Nachrichten ein, dass die verbündete österreichisch-preussische Armee sich nicht gegen die Niederlande, sondern gegen den Rhein hin in Bewegung setze. Luckner schloss daraus, dass die Verbündeten durch das Trier’sche an die Maas zu operiren gedächten, ein Raum, der von französischen Truppen fast entblösst war und der Marschall fühlte sich nun veranlasst, seine Armee wieder in die Gegend von Valenciennes zu führen. Er brach am 1. Juli nach Orchies auf, rückte am 2. nach St. Amand und stand am 3. wieder im Lager von Famars bei Valenciennes. Zu gleicher Zeit marschirte General Carle nach Dünkirchen und General La Noue mit den Truppen !) K. A. 1792; VI, 165. Es war dies eine ganz unnöthige Massregel und befremdend sind die Gründe, mit welchen General Jarrys in einem »an die Generale Sr. Majestät des Königs von Ungarn und Böhmen« gerichteten Schreiben das Niederbrennen der Vorstädte Courtrays motivirt. Er beschwerte sich, dass die österreichischen Vorposten jede Nacht bis an die Vorstädte von Courtray vordrängen, seine Vorposten beunruhigten und seine Kanoniere auf den Wällen gleichsam »assassinirten«. Er habe daher die Vorstädte verbrannt. Er bezeichnete auch die kaiserliche Generalität als kriegsunerfahren, »weil sie noch auf einen Platz, wie Courtray, den man ohne Aufopferung von 20.000 Mann nicht wieder erobern würde, Absichten richte«.