Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)
Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)
50 Hausenblas. Lametli eine Escadron des 5. Jäger-Regiments zu Pferd vor, welche der Commandant von Condé, General O’Moran zur Beruhigung der durch die Bewegung der Kaiserlichen sehr aufgeregten Bevölkerung dahin ahgeschickt hatte. General Lameth gedachte die vorgeschobenen Posten Maulde und Rumégies, wo das 1. Nationalgarde-Bataillon von Paris gestanden, zu verstärken, als gegen Mitternacht die Nachricht von dem Ausgange der Gefechte bei Mouchain und Rumégies einlief. Er betrachtete es nun als un- nöthiges Aufopfern seiner Leute, die Wiedereroberung der ziemlich werthlosen Posten zu versuchen und blieb daher in St. Amand, diesen Ort den zurückgegangenen Vorposten als Sammelpunct anweisend. Am 20. Mai, um 4 Uhr Früh, brach Lameth sodann gegen Orchies auf, wo er gegen 9 Uhr eintraf und den Rückmarsch der Oesterreicher nach Tournay erfuhr. Um sich hievon zu überzeugen, liess Lameth durch eine Compagnie des Nationalgarde-Bataillons de la Somme und 25 Dragoner gegen die Grenze recognosciren und marschirte, als sicli obige Nachricht bestätigte, noch am selben Abend nach Valenciennes zurück, in Orchies 200 Infanteristen, 50 Jäger zu Pferd und 2 Kanonen zurücklassend. *) Diese mehrfachen kleineren Erfolge der Kaiserlichen steigerten naturgemäss die Unternehmungslust derselben, so dass es am 27. Mai sogar gelang, einen französischen Posten unter den Kanonen von Condé zu überfallen. Die Besatzung dieses Platzes hatte mehrere schwache Posten im Vorfelde stehen, welche sich daselbst verschanzten. Ein solcher Posten, 300 Mann und 4 Geschütze stark, stand auch bei le Cocq nördlich Condé. Oberst Prinz Carl de Ligne hatte die Verschanzungen des Gegners recognoscirt und dem Herzog vorgeschlagen, den feindlichen Posten bei le Cocq, welcher in der Nähe des Bois de l’Heremitage sich befand, überfallen zu wollen. Der Herzog willigte ein und Prinz de Ligne sammelte die hiezu bestimmten Truppen in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai in dem genannten Walde und rückte aus demselben um 4h 30m Früh in drei Colonnen gegen Condé vor. Die erste Colonne, bestehend aus 50 Tyroler Scharfschützen, 42 Blankenstein-Husaren und 5 Compagnien des Grenadier-Bataillons L Fougart et Finot I, 68, 72, 73.