Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

Der Feldzug in den Niederlanden 1792. 37 Stunden von Charleroi entfernt, nicht ohne grössere Bedeckung vorgenommen werde, gab GM. Sztáray nun die Idee eines Ueber- falles auf, weil er hoffte, nun den Feind in einen Hinterhalt locken zu können. Er liess daher die Colonne des Oberstwachtmeisters Grafen Kollonits in Ansinelle anhalten und beabsichtigte im Walde gegen Biesme vorzugehen. Das Grenadier-Bataillon Morzin mit 50 Dragonern wurde gedeckt vor Gerpinnes aufgestellt. Die Division Stuart (Nr. 18) mit der halben Jäger-Compagnie erhielt Befehl, ihre Vorrückung auf St. Gérard fortzusetzen und im dortigen Walde ebenfalls eine verdeckte Aufstellung zu beziehen. In dieser Situation blieben die Truppen bis 11 Uhr Vormittags, ohne dass der Feind erschien. Die erste Unternehmung war sonach resultatlos geblieben und die Truppen kehrten wieder zurück. Das zur Unterstützung der Absichten Sztáray’s bestimmte Detachement des GM. Moitelle war am 15. Mai um 4 h 30m Nach­mittags unter Commando des Oberstwachtmeisters Stephaicz in der Stärke von 180 Husaren von Namur aufgebrochen und nächtigte zwischen Annevoie und der Abtei de Moulin. Am 16. Mai, 2 Uhr Früh, wurde der Marsch Uber Ht. le Woistia gegen Onhaye fort­gesetzt. Bei Sommiére stiess Oberstwachtmeister Stephaicz auf einen aus Jägern zu Fuss und zu Pferd bestehenden franzö­sischen Posten, welcher nach kurzem Kampfe gegen Weillen zurück- wich. Die Verfolgung wurde bis Onhaie fortgesetzt und daselbst ein kleines französisches Lager alarmirt. Mittlerweile kamen jedoch Nachrichten, dass eine französische Abtheilung von Falaen her gegen die Rückzugslinie des Detachements vorgehe und da auch von der Colonne Ivollonits nichts zu hören war, so trat Oberst­wachtmeister Stephaicz den Rückmarsch an, zu dessen Deckung GM. Moitelle zwei Infanterie-Compagnien mit einem Geschütz und 30 Reitern nach Lesves vorgesendet hatte. Die Esterházy- Husaren verloren bei dieser Affaire nur zwei Leichtverwundete, während der Feind 8 Mann und 2 Pferde auf dem Platze liess, 3 Pferde wurden erbeutet und ziemlich viele Leute verwundet. GM. Sztáray liess sich durch die Erfolglosigkeit dieses Unter­nehmens nicht abschrecken. Er verlegte nun die Ausführung des geplanten Ueberfalls auf den 20. Mai.1) Alle Vorbereitungen B K. A. 1792; V, 93.

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