Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)
Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)
die Le Loup-Jäger jedoch bald von mehreren Seiten in den Ort, schossen nieder, was sich entgegenstellte und nahmen Kanonen und Gefangene. Der Rest der Vertheidiger floh in wilder Hast auf das jenseitige Ufer des Hangnau- (Honiaux-) Baches. In diesem kritischen Momente erhielten die Franzosen jedoch Verstärkung. Marschall Rochambeau hatte nämlich auf die Nachricht vom Rückzuge Biron’s demselben das Infanterie-Regiment Nr. 68, das Nationalgarde-Bataillon de l’Orne mit etwas Cavallerie und 4 Kanonen, unter Commando des Generals Fleury, entgegengeschickt. Dieser ging nun sofort daran, den Ort Quiévrain wieder zu nehmen. Die Le Loup-Jäger verrammelten rasch die Brücke über den vorerwähnten Bach und setzten sich an selber, sowie in dem nördlich der Brücke gelegenen Friedhofe fest. Es entspann sich ein sehr hitziges Gefecht gegen die feindliche Uebermacht. Der Angriff des 68. Regiments wurde abgewiesen, General Fleury bei dieser Gelegenheit verwundet. Biron führte nun selbst das 49. Regiment zum Angriff vor, welchem es endlich gelang, die Jäger zum Rückzug zu nöthigen, den sie, hartnäckig fechtend, bis auf eine Anhöhe ungefähr 3000 Schritt östlich' Quiévrain an der Strasse nach Mons fortsetzten, nur der Friedhof von Quiévrain, welcher vom Ober-Jäger Speyser mit wenigen Leuten tapfer vertheidigt wurde, blieb in den Händen der Jäger. Jetzt langte aber auch Oberst Fischer mit der Cavallerie seiner Colonne bei der Höhe, auf welche die Jäger zurückgegangen waren, an und übernahm das Commando. Der Feind, welcher bisher nachgedrungen war, wagte es nicht mehr, den Angriff fortzusetzen, sondern ging nach Quiévrain zurück und räumte sogar diesen Ort, den er mit so grossen und blutigen Anstrengungen wiedererrungen hatte. Oberst Fischer schickte nun eine Jäger-Compagnie gegen die Brücke von Crespin, eine andere nach Marchipont, um den Feind zu beobachten, während er die dritte Jäger-Compagnic und die Degelmann-Uhlanen gegen das feindliche Lager bei Quiévrechain vorgehen liess. Ohne den Angriff abzuwarten, flohen die Franzosen gegen Valenciennes, den Siegern eine Haubitze, mehrere Munitions- Karren, 63 Wagen,1) eine grosse Menge Zelte, Feldgeräthe aller Darunter mehrere elegante Equipagen, einige Wagen mit reich"eslickten Kleidern und feinster Leinenwäsche und 7 Wagen mit den besten Weinen.