Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

Der Feldzug in den Niederlanden 1792. 11 schritt Biron in drei Colonnen die Grenze. Die rechte Colonne rückte über Quévrechin, Baisieux, Elouges, die linke über Crespin, die mittlere auf der Strasse nach Mons vor, ein Nationalgarde- Bataillon (du Nord ?) in Quiévrain zurücklassend. Bei Hornu sollten sich alle drei Colonnen vereinigen. Das an der Grenze gestandene kleine Detachement Jäger und Uhlanen hatte sich beim Anrücken des Gegners nach Boussu zurückgezogen, woselbst Major Le Loup, der die Vorposten befeh­ligte, sich so lange zu halten gedachte, bis die versprochene Unter­stützung eingetroffen sein würde. Allein das schnelle Vordringen der starken französischen Vorhut vereitelte diese Absicht und Major Le Loup sah sich gezwungen, um nicht abgeschnitten zu werden, Boussu zu räumen. Die österreichischen Jäger zogen sich nun fechtend auf der Strasse über Hornu gegen Quaregnon zurück, wobei ihnen ein Oberstlieutenant des französischen 3. Husaren- Regiments in die Hände fiel. Aus den Aussagen dieses Gefangenen erfuhr Beaulieu nun mit aller Bestimmtheit die Aufgabe und Stärke des Biron’schen Corps. Die Le Loup-Jäger setzten sich inzwischen an der Strasse zwischen Hornu und Quaregnon neuerdings fest und die französische Vorhut entwickelte sich nun am Ausgange des Dorfes Hornu beiderseits der Strasse und begann mit drei Geschützen die österreichische Abthei­lung lebhaft zu beschiessen. Letztere ging, als sich der Feind auf Kartätschenschussweite genähert hatte, hinter die Barriere von Wasmuel (Wanuelle)1) und als auch diese Schutz wehr durch die feindliche Artillerie zerstört worden war, bis Quaregnon zurück, wo sie von der Majors-Compagnie Le Loup-Jäger aufgenommen wurde, die einen vor dem Orte befindlichen Ravin besetzt hielt. Gruben, Bäume und Häuser boten hier den Jägern eine vortreffliche Deckung, die auch so zweckmässig benützt wurde, dass die Fran­zosen nach dreistündigem vergeblichen Kampfe und einem beträchtlichen Verlust an Todten und Verwundeten, auf der Strasse nicht weiter vorzudringen wagten und sich allmählich seit­wärts derselben auszubreiten begannen, um ihre Haupt-Colonne zu erwarten. Die linke und mittlere feindliche Colonne, welche sich bereits in der Ebene zwischen Wasmes und St. Ghislain ver­1) Längs der Strasse nach Mons befanden sich mehrere Zollhäuser, ..barrieres“ genannt.

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