Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)
Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)
Der Feldzug in den Niederlanden 1792. 111 Ereignisse in Luxemburg bis Ende Juli. Gefecht bei Virton 26. Juli. Während in den Monaten Mai, Juni und Juli längs der belgischfranzösischen Grenze eine Reihe von Kämpfen und Zusammen- stössen zwischen beiden kriegführenden Theilen stattgefunden hatten, war es im Luxemburgischen ziemlich ruhig geblieben, obwohl die isolirte Lage der in dieser Provinz stehenden 6000 M ann kaiserlicher Truppen zu Unternehmungen des Feindes förmlich auiforderte. Die grosse durch Kunst und Natur geschaffene Stärke der zudem gut ausgerüsteten Festung Luxemburg, wie die Entschlossenheit des FML. Schröder, der hier commandirte, boten nicht nur dem Herzoge von Sachsen-Teschen Gewähr für die Sicherheit dieser Provinz, sondern mochten auch die Franzosen veranlasst haben, sich vorläufig auf diesem Theile des Kriegs-Schauplatzes nur beobachtend zu verhalten. Von inneren und äusseren Feinden bedroht, war es dem Herzoge von Sachsen-Teschen unmöglich, Truppen aus den Niederlanden nach Luxemburg zu detachiren, er versuchte daher, als das bei Tiercelet Anfangs Mai sich sammelnde französische Corps die Verbindung zwischen der Festung und der Sambre gefährdete, von dem im Breisgau commandirenden FML. Wallis die Zusendung von 4 Bataillonen und einigen Escadronen zu erlangen. Wallis sah sich aber wieder durch die französische Rhein- Armee gebunden und vermochte keinen Mann zu entbehren. Luxemburg blieb sich daher auch fernerhin selbst überlassen, bis es endlich den vielfachen Bemühungen des Herzogs gelang, in Wien von den zum Abmarsche an den Rhein bestimmten Truppen 4 Bataillone, 8 Escadronen1), nebst einiger Reserve-Artillerie für Luxemburg zu erlangen.* 2) Diese Truppen überschritten unter GM. Smakers Anfangs Juni bei Eger die Grenzen der Erblande und rückten, theils mit Benützung des Wasserweges auf dem Main und Rhein, theils mit 1) K. A. 1792; V, 25. 2) Das Leib-Bataillon des Infanterie-Regiments Stuart (Nr. 18), die Oberstens- Bataillone der Infanterie-Regimenter Hohenlohe (Nr. 17), Franz Ulrich Kinsky (Nr. 36), Mathesen (N r. 42), sowie 8 Escadronen des Husaren-Regiments Esterházy, zusammen 6000 Mann (darunter 1500 Reiter), mit 12 Linien- und Reserve- Geschützen.