Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1788. 293 mittein und Munition bereits den grössten Mangel litt, die Veterani- Höhle gegen freien Abzug des Restes der Besatzung übergeben. Durch diese Ereignisse gelangten die Strassen von Mehadia durch das Almás-Thal gegen Weisskirchen und die freie Communication auf der Donau bis Belgrad in die Hände der Türken. Mit Hilfe ihrer ansehnlichen Tschaikenflotte konnten sie an verschiedenen Puncten Truppen ausschiffen und mit diesen das Banat überschwemmen. Kaiser Josef II. setzte mit der Armee den Marsch fort. Am 4. September stand dieselbe, in Folge von Krankheiten kaum mehr 30.000 Mann zählend, vorwärts von Szlatina und das Corps Wartensleben im Verhältnisse einer Avantgarde. Die Lage der Haupt- Armee wurde nun bedenklich, da die längs der Donau und gegen die Almás aufgestellten Detachements etwas voreilig ihre Positionen räumten und dadurch der feindlichen Hauptmacht den ungehinderten Eintritt in die Ebenen des Banats ermöglichten. Hiezu kam, dass eine türkische Heeres-Abtheilung am 15. August den Vulkan- Pass forcirt hatte und über Hátszeg und den Pass des Eisernen Thores der Haupt-Armee in den Rücken zu fallen drohte. Um dies zu vermeiden und nicht von Sémiin abgeschnitten zu werden, sah der Kaiser sich genöthigt, in der Nacht vom 20. auf den 21. September den Rückzug der Armee nach Karánsebes auszuführen. Das Unglück wollte, dass während des Nachtmarsches bei der Nachhut ein falscher Alarm entstand, der sich rasch verbreitete und zur Folge hatte, dass die Truppen in der Dunkelheit auf einander feuerten. Der Kaiser schritt persönlich ein, um der eingerissenen Verwirrung zu steuern, musste aber unter solchen Umständen und weil die Türken bereits auf die Arriéregarde zu drücken begannen, von einer Aufstellung bei Karánsebes, welches durch Nachzügler in Brand gesteckt worden, absehen und den Rückzug bis Lugos fortsetzen. Von hier aus wollte Kaiser Josef II. dem Feinde entgegentreten, sobald dieser das Gebirge verlassen würde. Die türkische Hauptmacht ging aber, wahrscheinlich durch die vom Prinzen Coburg in der Moldau und Walachei errungenen Erfolge eingeschüchtert, wieder gegen Mehadia zurück. Der Kaiser befahl desshalb dem FML. Wartensleben mit 10.000 Mann dem Feinde über Karánsebes zu folgen, während das Gros am 12. October von Lugos über Tomasevác an der Temes gegen Sémiin 21* VeteraniHöhle. Vulkan-Pass. cd: