Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1788291 in Brand und gewann eine überaus ansehnliche Beute. Das Frei- Corps hatte bei der Unternehmung nur 14 Mann verloren. Bedeutender als die erwähnten Affairen war der wiederholte Angriff, den die Türken in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli auf den Damm von Bezanja unternahmen. Einzelne landeten auf der »Save-Spitze« und Hessen sich in resultatloses Plänklergefecht ein, zogen sich hierauf aber wieder zurück. Gegen Tagesanbruch verstärkten sie sich aber auf 4000 Mann und drängten die Feldwachen allenthalben zurück. Als einige Escadronen Reiterei zu deren Unterstützung vorgingen, wurden die Türken bis in das Röhricht des Ufers getrieben. Kaum eine Stunde später griff der Feind neuerdings an, hieb einen an den Pallisaden des Dammes aufgestellten Infanterieposten von 100 Mann grösstentheils nieder und suchte die Verpfählungen in Brand zu stecken, wurde aber durch die unter dem GM. Wenkheim herbeieilenden Unterstützungen in das Gestrüpp zurückgedrängt. Zu derselben Zeit waren auch auf der anderen Dammseite drei starke feindliche Abtheilungen vorgedrungen und unterstützten ihren Angriff durch zwei mitgebrachte Feldstücke. Zwei Escadronen warfen sich hier den Spahis entgegen, schlugen sich aber ohne Erfolg mit diesen herum, bis endhch der Lieutenant Berg mit einem Zuge Wurmser-Husaren den Türken in den Rücken fiel und sie in Unordnung gegen das Ufer zurückwarf. Der Verlust der Kaiserlichen an Todten und Verwundeten betrug 72 Mann. Die Nachrichten, welche im Hauptquartier einliefen, bestätigten, dass der Grossvezier mit angeblich 80.000 Mann von Sofia gegen Vidin aufgebrochen und der Pascha von Rumelien mit einem starken Corps auf dem Marsche nach Nisch begriffen sei. Da die Russen durch den neu ausgebrochenen Ki’ieg gegen Schweden zu vollständiger Passivität gezwungen waren, bestand kein Zweifel, dass die Hauptmacht der Türken nur gegen die Oesterreicher zur Verwendung gelangen werde. Josef II. erwartete einen Einbruch des Feindes in das Banat und sandte nach diesem und nach Siebenbürgen Verstärkungen, während die Haupt-Armee bereit zu bleiben hatte, um nach dem bedrohten Puncte geführt zu werden. Diese Anordnungen und die vollständige Passivität des Kaisers versetzten die Türken in die Möglichkeit, sich den Angriffsort nach Belieben zu wählen und die dünne Cordonsstellung an irgend einem, ihnen Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 21 Beianja.