Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1716. 243 feindliche Armee die Save auf einer Schiffbrücke und schlug hei Banovce an der Donau, südlich von Szlankamen ein Lager auf, in welchem am 28. Juli der Grossvezier Damad Ali Pascha eintraf. Dieser marschirte am 1. August nach Szlankamen und von da nach Karlovitz, wo er in der Nähe der sogenannten Friedens- Capelle eine überaus vortheilhafte Stellung nahm. Der Grossvezier liess das Gerücht verbreiten, dass er Peterwardein zu belagern beabsichtige. FM. Pálffy stellte dem Prinzen Eugen das Anerbieten, mit 1300 Reitern und 500 Mann Infanterie die Stellung des Feindes zu recognosciren. Der Oberbefehlshaber ertheilte diese Bewilligung erst nach einigem Zögern, machte aber zur Bedingung, dass Pálffy jede Action vermeiden und sich lediglich auf die Recognoscirung der Stellung des Gegners beschränken müsse. Schon in der nächsten Nacht erbat sich Pálffy noch zwei weitere Regimenter zur Unterstützung, worauf Eugen die Regimenter Bayreuth-Dragoner und Gondrecourt-Cürassiere zu ihm stossen liess. Kaum waren diese Truppen bei dem Detachement des Feldmarschalls Pálffy angelangt, so wurde letzteres am 2. August von einem 20.000 Mann starken feindlichen Reiter-Corps unweit von Karlovitz angegriffen. Pálffy’s Lage ward durch die ungünstige Beschaffenheit des von Gräben und Schluchten durchzogenen Terrains eine noch schwierigere und nur durch Aufnahme des Kampfes gegen die unver- hältnissmässig grosse Uebermacht konnte die Rettung und der Rückzug der Truppen ermöglicht werden. Die trefflichen Dispositionen Pálffy’s und die unvergleichliche Tapferkeit seiner Truppen führten zum beabsichtigten Erfolge. Vier Stunden lang trotzten die Kaiserlichen dem Anprall der Gegner und am Abende des 2. August standen die Truppen Pálffy’s, die in dem ungleichen Kampfe über 400 Mann verloren hatten, wieder in Peterwardein. Unter den Opfern dieses Tages befanden sich der FML. Graf Siegfried Breuner, der von den Türken gefangen und später unter Martern getödtet wurde und der schwer verwundete FML. Graf von der Hauben. Die Türken rückten mit ihrer Vorhut den Truppen des FM. Pálffy gegen Peterwardein nach und begannen in einiger Entfernung von der Festung Verschanzungen aufzuwerfen. Karlovitz. Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 18