Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Der Krieg zwischen der Republik Venedig und der Türkei. 239 der Festung Munkács nahm General Löffelholz 140 Geschütze und einen grossen Vorrath von Proviant und Munition in Besitz. Rákóczi, Bercsényi und einige andere minder bedeutende Führer der Insurgenten hatten die Ablegung des Eides der Treue verweigert und zunächst in Polen ein Asyl gefunden. Der Krieq zwischen der Republik Venedig und der Türkei 1714—1718. Quellen: Theatrum europaeum. — Daru, Histoire de la république de Venise.— Gardner-Wilkinson, Dalmatia and Montenegro. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. Um Morea wieder zu gewinnen, erklärte die Pforte der Re­publik Venedig am 8. December 1714 den Krieg, wobei als Grund vorgeschützt wurde, dass letztere die Aufstände in Kleinasien und Montenegro unterstützt und türkische Kaufleute gewaltthätig be­handelt habe. Schon vor der Kriegserklärung hatte die Türkei stark gerüstet, während die in Verfall gerathene Republik, in ganz unbegreiflicher Täuschung über die Absichten der Pforte, ihre Streitkräfte verringert und nicht einmal die griechischen Festungen und die Kriegsschiffe genügend armirt hatte. Der Krieg begann thatsächlich erst im Jahre 1715 und wurde hauptsächlich auf der Halbinsel Morea geführt, wo die Republik rasch hintereinander mehrere der wichtigsten Plätze verlor. Um auch in Dalmatien mit Nachdruck auftreten zu können, erhielt der Pascha von Temesvár den Befehl, jenem von Bosnien hilfreiche Hand zu bieten und von jedem zwischen der Donau, Theiss, Maros und Temes wohnenden Raizen einen Ducaten als Kriegssteuer ein­zutreiben. Dennoch war in Dalmatien das Kriegsglück den Türken entschieden abhold. Letztere versuchten die Ueberrumpelung der Festung Sinj und die Wegnahme der Brücke über die Cetina, sie wurden aber mit Verlust zurückgeschlagen. Ein von den Mor­laken auf türkisches Gebiet verlegter lebhafter Guerillakrieg war die Folge dieser Angriffe. Die Morlaken, Meister in dieser Kriegs­weise, plünderten in den Ebenen der Herzegowina und Bosniens und die venezianischen Milizen drangen bis an das Prolog-Gebirge vor, während die Christen Bosniens in Sehaaren nach Dalmatien Sinj.

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