Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Hauptmann Alexich: Die freiwilligen Aufgebote aus den Ländern der ungarischen Krone 1741 und 1742. II. Die Pressburger Landtagsbeschlüsse und die allgemeine Insurrection in Ungarn 1741/42 (Schluss)
190 Alexich. Bataillon in Debreczin errichtet werden sollte. Zwei Bataillone sollten, als ebenso viele deutsche Bataillone im März eilig aus Ungarn an die mährische Grenze geworfen wurden, diese in Ober-Ungarn und im Temeser Banat ersetzen, aber erst Ende Mai 1742 war wenigstens das Leib-Bataillon vollzählig. Dasselbe rückte unter Commando des Hauptmanns Josef Bakits wirklich in die Garnisonen Kaschau, Eperies und Leutschau ab. Im Juni wurde das Oberst-Bataillon formiert und blieb unter Oberstwachtmeister Stefan Kerekes in Diószeg. Oberst Haller selbst eilte nach Jászberény, um die Errichtung des Oberstlieutenants- Bataillons zu beschleunigen. Acht Monate nach dem Landtags-Beschlüsse waren also erst zwei Bataillone dieses Regiments errichtet. Was Montur, Ausrüstung und nothwendigste taktische Ausbildung betraf, war immerhin für den Kriegsdienst vorgesorgt; anders aber stand es mit den übrigen soldatischen Eigenschaften, es zeigten sich dis- ciplinare Uebelstände, die indessen nicht nur bei diesem Regimente allein vorkamen, sondern auch bei den fünf anderen nicht fehlten. Die eigenartigen Verhältnisse verdienen hier allerdings billige Berücksichtigung: die Mannschaft war grösstentheils den weiten Puszten oder den Wäldern der Karpathen entnommen, nicht wenige auch aus den Comitats-Gefängnissen hervorgeholt. Solche Leute konnten naturgemäss umso schwerer zur Ordnung und Disciplin angehalten werden, als die Truppen, ohne nur ordentliche Unter- offi eiere zu 1 iahen, bei dem Mangel an Kasernen weit zerstreut bequartiert werden mussten. Die Folgen blieben nicht aus: Widersetzlichkeiten, Excesse und Ausschreitungen aller Art und insbesondere eine massenhafte Desertion traten zu Tage. Ende Juli wurden die beiden ersten Bataillone aus Kaschau und Diószeg nach Slavonien berufen. Das Leib-Bataillon sollte in Essegg und das Oberst-Bataillon in Peterwardein die zur operierenden Armee bestimmten Abtheilungen des Regiments Marulli ablösen. Oberstwachtmeister Stefan Kerekes trat Anfangs August den Marsch mit dem Oberst-Bataillon an; er rückte über Grosswardein, Füzes - Gyarmath nach Mező-Túr, von wo aus die weitere Route über Szárvas und Szegedin nach Peterwardein zu nehmen war. Zwischen Mező-Túr und Szárvas weigerte sich