Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VI. Bande)

Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 13 provocirendes Benehmen der im Trier’schen versammelten französi­schen Emigranten gegen Frankreich zu verhindern, während er dem Kurfürsten von Trier andererseits gegen den befürchteten Einbruch französischen Gesindels militärischen Schutz zuzusagen sich verpflichtet fühlte. Der Kurfürst war in der übelsten Lage; eine kategorische Note des französischen Ministers Grafen Vergennes vom 18. November 1791 schien ihn für die militärischen Vorbereitungen der Emigranten verantwortlich machen zu wollen, die zur Unterstützung des unglücklichen Königs allerdings ziemlich offen betrieben wurden.1) Der deutsche Reichsfürst fand indessen doch noch Mannhaftigkeit genug, dem mächtigen Nachbar schon am 20. November zu antworten, dass der König nicht frei sei und das geforderte Einschreiten gegen die Emigranten „n’est pas une suite de l’intention volontaire du Roi.“ * 2) Die Fürsten beeilten sich übrigens nicht zu sehr, den Wünschen des Kaisers nachzukommen und Anlässe zu diploma­tischen Beschwerden der französischen Regierung fanden sich fort­während. Es fiel daher den Jacobinern nicht schwer, ihrem unge­stümen Kriegsverlangen eine gewisse Begründung zu verleihen und die öffentliche Meinung dafür zu erwärmen, die ihren Forderungen dem Könige gegenüber den nöthigen Nachdruck gab. Am 14. December 1791 erschien Ludwig XVI., umgeben von seinen Ministern, in der National-Versammlung und versprach, dem Kurfürsten von Trier erklären zu lassen, dass wenn dieser vor dem 15. Januar 1792 nicht allen Ansammlungen und Rüstungen der in sein Gebiet geflüchteten Franzosen ein Ende mache, er ihn als einen Feind Frankreichs anselien müsse, während eine gleich darauffolgende Rede des Kriegsministers Narbonne der National­versammlung ankündigte, dass der König die Aufstellung dreier Armeen an der Grenze befohlen habe. 3) Die Situation begann ernst zu werden. Man war am Wiener Hofe zwar überzeugt, dass Ludwig XVI. den Krieg gewiss lieber vermeide, man wusste aber auch, dass bei dem täglich ') K. A., Hof-Kriegs-Raths-Acten 1792; I ad 2. 2) K. A., H. K. R. 1792; I a ad 2. 3) K. A., H. K. R. 1792; I ad 1. 1

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