Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Alexich: Die freiwilligen Aufgebote aus den Ländern der ungarischen Krone 1741 und 1742. II. Die Pressburger Landtagsbeschlüsse und die allgemeine Insurrection in Ungarn 1741/42 (Schluss)

Die freiwilligen Aufgebote aus Ungarn 1741 und 1742. 127 Die Anwerbung und Aufstellung der Mannschaft wurde für November angeordnet und die Regiments-Commandanten erhielten Befehl, hiezu in ihre Werbe-Districte abzugehen. Das Jahr 1741 ging indessen zu Ende, ohne dass mehr als etwa ein Dritttheil der vom Landtage bewilligten Infanterie bei­sammen war. Das Regiment Ujváry wies mit dem Schlüsse des Decembers 1741 in einer Tabelle neun Compagnien mit zusammen 1350 Mann aus. Eine annähernd gleiche Zahl von Leuten war auch bei den Regimentern Forgách, Andrássy, Szirmay und Bethlen auf­gebracht, während das Regiment Haller bis zu diesem Zeitpuncte sogar nur vier Compagnien mit sehr schwachem Stande zusammen­brachte. Erst mit dem Beginne des Jahres 1742 war es möglich, über­haupt marschfertige Abtheilungen zu bilden. Bei dem langsamen Fortgange der Infanterie-Werbung in Ungarn bemühte sich der Hof-Kriegsrath, inzwischen die Ergän­zung für die bei der Armee stehenden Husaren-Regimenter mög­lichst zu beschleunigen. Die Königin verfügte daher am 14. No­vember an die Comitate die Aufbringung von 2400 berittenen, mit Kleidung und Feldausrüstung wohl versehenen Portalisten. Zur Durchführung dieses Auftrages wurde der in solchen An­gelegenheiten sehr erfahrene FML. Ghilänyi beordert, der die Comitate diesseits der Donau bereisen und die Insurrection im persönlichen Verkehre mit den Behörden und einflussreichsten Magnaten möglichst zu fördern suchen sollte. J j Den Gespanscliaften und besonders benannten Städten war die Anzahl Insurgenten, welche zu stellen waren, sowie auch normierten Fourierschützen waren dem Hauptmanne zugewiesen und bewaffnet. Es war ausdrücklich angeordnet, dass sie allzeit als Soldaten und nicht als Knechte zu behandeln seien, »denn sie sind von Ihrer Majestät nicht nur zur Wartung der Pferde in den Stallungen, sondern auch zur Bedienung der Haupt­leute bestimmt,.« ’) Die Stadt Pressburg wurde angewiesen, ihm während der Zeit seiner Verwendung offenes Quartier zu liefern und die Comitate, dann die Provincial- Commissäre von Pressburg, Ofen und Neusohl erhielten Auftrag, dem General zwei Wagen zur Verfügung zu stellen.

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