Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1667. 167 Bihaé. 1 Bjela-Stjena. i der Banus Graf Adam Batthyányi mit dem Reste erst unmittelbar vor Bihae zum Expeditions-Corps stossen sollte. Am 31. Mai brach Auersperg auf und gelangte am 6. Juni vor das feste Schloss Dreznik, welches beschossen und am 7. Juni zur Capitulation gezwungen wurde. Zwei Tage später standen die Kaiserlichen vor Bih ac, das nach der Aussage der Kundschafter mit einer Garnison von 4000 Mann versehen war und dessen Werke bei der Reco- gnoscirung in einem tadellosen Zustande befunden wurden. In einem Kriegsrathe wurde der unverzügliche Angriff beschlossen und hiefür die Südfront des Platzes erwählt. Die Aushebung der Laufgräben begann am 11. Juni und am 13. liess FML. Auersperg, um dem im- Anmarsche begriffenen Banus die Vereinigung mit dem Belagerungs-Corps zu erleichtern, eine Brücke über die Unna schlagen. Das schwere Geschütz langte erst am 15. vor Bihae an, und wurde sofort in Thätigkeit gesetzt. Das Feuer hatte ein so günstiges Resultat, dass am 18. Juni der Thurm über dem Haupt- thore zusammenstürzte und sich dabei eine Bresche von 40 Schritt Breite bildete. Am 20. Juni traf endlich auch der Banus, der unterwegs Bjela-Stjena mit Sturm genommen hatte, vor Bihaö ein und Auersperg befahl, unter dem Commando des Obristen Bourscheid am nächsten Tage einen Sturm zu unternehmen. Allein obwohl die Bravour der Truppen nichts zu wünschen übrig liess, blieb derselbe ohne Resultat und kostete den Belagerern empfindliche Opfer. Besseren Erfolg hatten die Minen, welche am 28. Juni Abends gezündet wurden. Da aber die National-Truppen die Heimkehr forderten und Auersperg mit dem Banus in Conflict gerathen war, ausserdem der Pascha von Bosnien mit Entsatztruppen anrückte, konnte aus diesen günstigen Umständen kein Nutzen mehr gezogen werden. Am 29. Juni zog der Banus von Bihae ab und am 7. Juli folgte ihm Auersperg mit dem Reste des Belagerungscorps nach. Letzterer marschirte nach Karlstadt und von dort über Drnje, Fünfkirchen, Mohács und Zombor zur Haupt-Armee nach Peterwardein. Während dieser Vorgänge hatten die Polen den Kurfürsten Friedrich August von Sachsen zum Könige erwählt, worauf dieser dem Oberbefehle in Ungarn entsagte und Leopold I. das Commando nun vollständig dem Prinzen Eugen von Savoyen übertrug. Dieser verhess Wien im Anfänge des Monates Juli und übernahm