Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1696. 161 Dei- Kurfürst, welcher nach der Katastrophe von Lugos auch noch Siebenbürgen seinem Schicksale überlassen und gegen Ober- Ungarn marschiren wollte, wurde endlich dahin gebracht, die Armee nach Déva zu führen. Das Corps in Siebenbürgen, welches schwere Yerluste erlitten hatte, musste abgelöst werden, indem zwölf Reiter­regimenter unter FML. Prinz Vaudemont dahin commandirt, die alten Regimenter dagegen zur Haupt-Armee gezogen wurden. Während diese auf dem Wege nach Siebenbürgen begriffen war, nahm Starhemberg nach einem kurzen Widerstande Sabac und der Banus ging über die Unna, um Bosnien bis gegen Ban­jaluka zu verheeren. Dieses Vorhaben scheiterte aber bald nach seinem Beginne, indem heftige und anhaltende Regengüsse die Croaten zur Umkehr zwangen. Die Kriegsbegebenheiten in Dalmatien blieben ganz ohne Belang, da die Venetianer einen grossen Theil ihrer dort befind­lichen Streitkräfte nach der Levante hatten ziehen müssen. Feldzug 1696. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. Obwohl es in Wien bereits bekannt war, dass die Unfähigkeit des Kurfürsten von Sachsen allein die Unfälle des vergangenen Feldzuges herbeigeführt hatte, wurde ihm dennoch der Oberbefehl auch für das Jahr 1696 übertragen und zwar, weil sich Friedrich August in einem mit dem Kaiser Leopold I. am 19. März abge­schlossenen neuen Vertrage verpflichtete, sein in Ungarn stehendes Auxiliar-Corps von 8000 auf 12.000 Mann zu erhöhen. Die kaiserliche Armee, welche mit Einrechnung aller fremden Truppen eine Stärke von mehr als 60.000 Mann erhielt, sollte nach dem Wunsche des Kaisers gegen Temesvár operiren und dessen Belagerung unternehmen. Der Kurfürst ging auf diesen Vorschlag umso lieber ein, als die Erobe­rung des letzten türkischen Platzes in Ungarn sowohl die Schlappen der vorigen Campagne zu compensiren, als auch der Ruhmsucht des Oberbefehlshabers Befriedigung zu gewähren geeignet war. Friedrich August, dem die Generale Caprara und Heissler als mili­tärische Rathgeber zugetheilt worden waren, kam schon am 25. Mai Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 12 Sabac.

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