Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Oberst von Wetzer: Der Feldzug am Ober-Rhein 1638 und die Belagerung von Breisach. Beiträge zur Geschichte des dreissigjährigen Krieges (Schluss)

88 W e t z e r. mit Allem wohlversehen. ■— zu denen Obrist Wiederliold vom Hohentwiel allein 400 Mann beizustellen vermocht hatte. Durch die Ansammlung der Reichs-Armee in seiner Nähe an den bisher schwunghaft betriebenen Beutezügen gehindert, scheint er sich auf eine Belagerung vorbereitet und sich mit Rück­sicht auf die Verpflegung auf die für den Hohentwiel erforderliche Besatzung beschränkt zu haben. Den Ueberrest seiner verfügbaren Kräfte sandte er so zur Verstärkung der Schweden in den Wald­städten ab. In der Nähe der Waldstädte standen als weitere Verstärkung und zur Beobachtung der Kaiserlichen, fünf schwedische Reiter­regimenter mit 8 Stück Geschütz.1) FM. Graf Götz sammelte inzwischen das neue Entsatzheer, angeblich 10.000 Mann, bei Schaffhausen und im Klettgau.2) Mit diesem Heer war beabsichtigt, nun jenen Plan des Kurfürsten von Bayern auszuführen, den schon der letzte Vormarsch hätte effectuiren sollen : eine Vorrückung über die Waldstädte nach Hüningen und Neuenburg, Wegnahme dieser Orte und Sicherung der Wasser­strasse zwischen Breisach und Basel, auf welcher dann die Ver- proviantirung geschehen könnte. Die Operation sollte durch einen Vorstoss des Herzogs von Lothringen unterstützt werden, der hiezu Cavallerie von der Reichs-Armee zu erhalten 1 iahen würde. Ohne Reibungen ging freilich die Annahme auch dieses Operationsplans nicht vor sich. Am 4. November liiess es, solle die Armee von Wolfacli erneuert gegen Breisach aufbrechen,3) »es wäre von Gott zu wünschen, dass ein Haupt im Felde wäre, so würde es gewisslich anders hergehen, alle Officicrc zu Ross und Fuss sind eifrig und willig, dem Feind Abbruch zu thun, allein haftet es an einem Ort.« Ein Kriegsrath zu Wolfach beschloss »man sollte nochmals gegen Breisach gehen und im Marsch alle die vom Feind occupirten Orte am Rhein, Grafschaft Hauenstein, das St. Blasische und die obere Markgrafschaft wieder demselben ') Es fehlten übrigens auch die »neutralen« Nachbarn nicht; die Cantone Zürich, Bern und Basel boten ihren Ausschuss auf, »um im Falle der Noth denen von Schaffhausen zu Hülf zu ziehen,« Es kam indessen nicht dazu. '-) Theatr. europ. III., 1002 u. ff. 3) Ambraser Acten. Relation Haug, November. 330

Next

/
Thumbnails
Contents