Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Oberst von Wetzer: Der Feldzug am Ober-Rhein 1638 und die Belagerung von Breisach. Beiträge zur Geschichte des dreissigjährigen Krieges (Schluss)

84 W e t z e r. und verproviantirt sei.1) Am 23. October spricht er noch Zweifel darüber aus in einem Brief an Piccolomini, am 24. October waren die Hoffnungen wirklich zerstört, der Angriff des FM. Götz auf die Schweden und Franzosen abgewiesen und die Festung in ihrer Noth sich selbst überlassen. Angriff auf Ensisiieim. Der Unfall von Thann hatte indessen wirklich den tapfern lothringischen Fürsten nicht entmuthigt und wenn FM. Götz be­richtete, dass er bei seinem verunglückten Angriff auf die schwedischen Belagerungswerke vor Breisach auf Herzog Carl's Mithilfe gerechnet habe, so war er in der Sache hiezu berechtigt, nur nicht in der Zeit. Der Herzog von Lothringen versuchte wohl, den Angriff der Reichs-Armee noch rechtzeitig zu unterstützen, er Hess von Thann aus den GWM. Caspar von Mercy auf Ensisheim Vorgehen.2) Es ist gewiss, dass er voraussetzte, Graf Götz stehe mindestens noch schlagfertig in der Nähe. Der Tag ist aus den Quellen nicht recht ersichtlich, die »Geschichte der Stadt Breisach« nimmt den 22. October a. Styls, also den 1. November an, was aus mehrfachen Gründen nicht wahrscheinlich ist. Das richtige Datum eines versuchten Ueberfalls auf Ensisheim muss vor dem 28. October liegen, da man an diesem Tage beim Herzog von Lothringen von der neuen Niederlage des FM. Grafen Götz und seinem Rückzug erfuhr. Der Commandant von Ensisheim, ein Capitain des Sehaffa- litzky’schen Regiments, wahrscheinlich rechtzeitig mit Kundschaft von dem bevorstehenden Angriff der Lothringer versehen, schickte ebenso rechtzeitig Meldung zum Herzog Bernhard in das Lager vor Breisach und hielt sich standhaft im Ensisheimer Schloss.3) Herzog Bernhard sandte sofort den Obrist Rosen und das Putbus’sche Regiment zu Pferd,1) sowie ein Dragoner-Regiment zur Unterstützung. ») K. A. 1638. X. 12. =) K. A. 1638. Xn. 63. (Spanisch). 3) v. d. Grün. J) G. Droysen macht daraus ein »putbusisches Infanterie-Regiment«, das nicht bestand. 326

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