Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Oberst von Wetzer: Der Feldzug am Ober-Rhein 1638 und die Belagerung von Breisach. Beiträge zur Geschichte des dreissigjährigen Krieges (Schluss)

Der Feldzug am Ober-Rhein 1638. 77 darunter selir viel Officiere und französische Cavaliere todt ge­hlieben und eine grosse Anzahl geschädiget worden, massen er nunmehr in die 35 Jahr ein Soldat, aber die Tage seines Lebens mit solcher Courage nimmermehr ansetzen und fechten gesehen, auch niemals dergleichen geschehen sollte, glauben könnte, sonsten befinde sich ihr vor Breisach liegendes Corpus dies- und jenseits ohne den Herzog von Longueville 2000 Pferde und 6000 Mann zu Fuss und haben sie den 19. dieses die Schanze jenseits der Festung in der Mitternacht, alle ohne sonderlichen Widerstand der Belagerten eingenommen und gleich etliche Joch (glaube zwei) von der Brücke abgebrannt, so dann unverzüglich mit 500 Mann unter Commando des Obrist Schmidtberger, welcher sich vor aller Gewalt zu manuteniren versprochen, besetzt worden, wisse weiters nichts, ende damit.« Es ist nicht abzusehen, in welchem Masse es den alten 1 jCS- lie gefreut haben mag, als er sah, welch’ bedeutenden Eindruck seine mit so kerniger Dreistigkeit vorgetragenen Erzählungen ver­ursachten. Graf Götz scheint alles geglaubt zu haben und die Be- theuerung der alten Kriegsgurgel, den Kopf zum Pfand setzen zu wollen, für baare Münze genommen zu haben. Der schwedische Obrist mochte sich wohl in seiner Soldatenlaufbahn nicht erst zum ei'stenmale verschworen und verflucht haben, ohne sich dabei weiteres Bedenken zu machen, — er that es eben auch jetzt. Nun berichtet v. d. Goltz weiter über die Wirkung dieser Examination,1) »welches der Feldmarschall sehr extendirt mit Vorgeben, weil dem Feind starker Succurs zukommen, die Armada geschlagen, verloren und der Feind sich hernach in Be- denkung, dass keine andere Armada dieser Orten auf den Beinen, des ganzen Römischen Reichs impatroniren würde. Die andern im Rath Anwesenden, darunter die Obristen und alle Commandanten der Regimenter zu Fuss gewesen, auch vermeldet, weil man nichts mehr thun, noch den Feind ferner angreifen wollte, die Ross aus Mangel des Futters schon allbereits sehr sterben und die Gefahr des ankommenden starken Succurs zu besorgen, als befinden sie rathsam, dass man sich wiederum zurückbegebe, wollte man aber noch etwas ferneres gegen den Feind in Eile vornehmen, so wären sie auch willig; darauf ich ä parte zu dem FM. Götz ge­Götz’scher Inquisitions-Act. Relation Goltz. 319

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