Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Oberst von Wetzer: Der Feldzug am Ober-Rhein 1638 und die Belagerung von Breisach. Beiträge zur Geschichte des dreissigjährigen Krieges (Schluss)
74 W e t z e r. Lager und Brücke von Hochstetten. Marschall eilte nach, aber »indem ich nun mitten unter dem Volk war, erhob sich unter demselben ein Geruf: »Zurück! zurück!« gleich folgends eine, grosse Flucht, dass also die Officiere mitten oder hinten über Haufen gelaufen, kein Ke,speck oder Aufhaltens vorhanden war.« Mehrere Officiere fielen bereits unter den Waffen der Franzosen, die in die Fliehenden einbrachen, oder wurden gefangen. Obrist Marschall stürzte im Gedräng in den Rhein und suchte dann die Brücken- Schanze zu erreichen, aber auch diese hielten die Flüchtigen nicht, eine entsetzliche Panique war eingerissen. Als Obrist Marschall »nun wiederum aus dem Wasser zu dem Volk kommen thäte, vermeinte ich mich wiederum zu reeolligiren, dem Feind die Schanze abzunehmen, sobald aber der Feind sich etwas ausserhalb blicken liess, ging es wieder an ein Laufen.« FM. Götz sagt über das unglücklich ausgefallene Gefecht, nachdem er geschildert, wie »innerhalb kurzer Zeit zwei Schanzen, in deren letzter drei Stücke und das schottische Regiment des Obrist Leslie sich befunden, neben einer, über den Arm des Rheines gemachten Schiffbrücke zwar erobert und verhofft, auch weiters das vorgewiesene Glück zu verfolgen. Alldieweilen aber die Völker des Feindes nächst dabei auf einer Insel stehender Bagage zu- und auseinander gelaufen, dann auch meine Reiter Enge des Weges halber nicht hinunter zu bringen gewesen, so sind sie von des Feindes daselbst haltenden Reitern und frisch mit gewaltiger Courage angekommenen Franzosen also repous3irt worden, dass sie gleich die nächst der Brücke liegende Schanze quittirt und in grosser Confusion zurückgebracht.« Diesen Gegenangriff schildert v. d. Grün, nachdem er die momentan sehr missliche Lage der Schweden und Franzosen zugestanden und gesagt, es habé »unserentheils ein schlechtes Ansehen gewinnen wollen und der Feind die Festung dermalen gar leicht mit Proviant ohne einige Verhinderung versehen und versorgen lassen können.« »Hierzwischen aber, als solches Ihro fürstl. Gnaden vernommen, auch in hoher Person selbsten zu diesem Handel bei Zeiten kommen, haben Sie von Stund an den Vicomte de Turenne (welcher mit seinen Franzosen in der Rhein- Insel zwischen beiden Schiffbrücken gelegen) connnandirt, welcher benebenst den Obristen Battigly und Obrist Hattstein dermassen 316