Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Die Rákóczi’sehen Unruhen. 223 suchte mit der auf seinem rechten Flügel aufgestellten Reiterei den Kaiserlichen in die Flanke zu fallen, allein Pekri, mit der Ausführung dieses Manövers betraut, gab den Angriff wegen der ungünstigen Bodenbeschaffenheit wieder auf und führte seine Esca- dronen auf demselben Wege zurück, auf welchem er sie vorgezogen hatte. Pálffy, aus der Haltung der Reiterei des Gegners auf deren geringen Werth schliessend, ging mit den Raizen und zwei Escadronen gegen den linken, mit dem Gros gegen den rechten Flügel Pekri’s zum Angriffe vor. Pekri hielt gar nicht Stand und machte mit seiner Cavallerie augenblicklich Kehrt, so dass Pálffy sofort die entblösste rechte Flanke Ebeczky’s attaquiren und auch diesen zum Weichen bringen konnte. Die Kaiserlichen fassten nun die Fliehenden im Rücken, trieben sie gegen die Wälder von Barát-Lehota und wandten sich dann dem Fussvolke und der Artillerie des Centrums zu. Auch die Infanterie leistete nur kurzen Widerstand und ergriff bei der Nachricht, dass Rákóczi gefallen sei, die Flucht. Während derselben wurden 3000 Mann niedergehauen und gegen 500 Gefangene eingebracht. Der Gesammtverlust der Insurgenten betrug 6000 Mann, 14 Geschütze und 50 Fahnen und richtete die grösste Armee, welche sie bisher aufgebracht hatten, vollständig zu Grunde. Rákóczi entging nur durch einen Zufall der Gefangenschaft. Die Trümmer seines Heeres sammelten sich erst bei Szreda (Nyitra-Szerdahely). Heister hatte die Verfolgung des Gegners jedoch erst am folgenden Tage aufgenommen und gelangte, ohne die Fliehenden mehr erreichen zu können, am 6. August nach Kis-Tapolcsán, von wo der Marsch nach Gutta fortgesetzt wurde. Der Feldmarschall sandte den G. d. C. Pálffy mit sechs Bataillonen, 3000 Reitern und 22 Mörsern zur Belagerung von Neutra ab, während er mit dem Reste der Truppen nach Pressburg marschirte, um dort die Donau zu passiren und den Verwüstungszügen, welche Esterházy nach Nieder-Oesterreich und Steyer- mark unternahm, ein Ende zu machen. Pálffy erschien am 22. August vor dem Schlosse von Neutra und begann den Platz am nächsten Tage zu beschiessen. Das Feuer wurde durch 30 Stunden ununterbrochen fortgesetzt und als 300 Bomben geworfen worden waren, verlangte der Commandant Révay am 24. August zu capituliren. Am 25. wurde das Neutra.