Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 16tíO. 129 Mezzomorto bedrohten Vidin und der Grosswesir traf umfassende Anstalten zu der Belagerung von Kisch. Als Thököly sich dem Törzburger-Passe näherte, ging ihm FML. Heissler mit seinen an Zahl ganz ungenügenden Truppen entgegen und nach einigen kleineren Gefechten kam es bei Tohanulu (Zernesti) zu einem entscheidenden Treffen am 21. August. In der Front von überlegenen Streitkräften angegriffen und von den Tataren auf unbesetzten Gebirgswegen umgangen, wurde FML. Heissler, dessen siebenbürgiscke Milizen muthlos flohen, geschlagen und sein Corps vollständig aufgerieben. Der General wurde nach mannhafter Gegenwehr mit 21 Offieieren ge­fangen. Thököly rückte nach diesem Siege vor Kronstadt, während die Tataren das unglückliche Land nach allen Richtungen hin verheerten. Der Markgraf, der am 26. August im Lager von Jagodina ankam, erfuhr hier die in Siebenbürgen eingetretene Katastrophe und berief seine Generale zu einem Kriegsrathe, dem er die Ent­scheidung überliess, ob der Marsch vorwärts gegen Nisch oder rückwärts nach Siebenbürgen angetreten werden solle? Die Majorität wählte das letztere, da aus triftigen Ursachen zu befürchten stand, Thököly werde von Siebenbürgen aus das von Truppen entblösste Ober-Ungarn insurgiren und möglicherweise sogar einen Einbruch in die Erblande unternehmen. GFWM. Graf Castell wurde daher vom Markgrafen sogleich nach Siebenbürgen abgesendet und Starhemberg erhielt den Befehl, Kisch so lange zu vertheidigen als dies ohne zwecklose Aufopferung der Garnison möglich sein werde. FML. Graf Aspremont wurde mit einigen Compagnien nach Belgrad detachirt und GFWM. Heister gleichzeitig angewiesen in Karán- sebes stehen zu bleiben und sich der Hauptarmee während ihres Marsches nach Siebenbürgen anzuschliessen. Inzwischen langte der Pascha von Rumehen vor Vidin an und zwang diesen Platz, nach einer Belagerung von fünf Tagen, am 29. August zur Capitulation. Koch früher war die feindliche Haupt­armee vor Kisch erschienen und hatte, nachdem die Aufforderung zur Uebergabe des Platzes erfolglos geblieben, mit der Aushebung der Laufgräben am 16. August begonnen. Drei Tage später unter­nahm Starhemberg mit der Besatzung einen Ausfall und tödtete Tohanulu (Zernesti). Kronstadt. Vidin. Nisch.

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