Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1689. 125 seines Heeres wegen, diesen Plan bald fallen und entschloss sich, durch das Thal des Timolt gegen Feth-Islam (Kladova) und Vidin an die Donau zu rücken. Zur Sicherung Serbiens und der dortigen Balkanpässe liess er den FML. Piccolomini mit 8800 Mann bei Kisch zurück, sandte den FML. Heissler zur Eroberung von Orsova ab und trat hierauf mit dem Reste seines Heeres den Marsch gegen Feth-Islam an. Als er unterwegs die Nachricht erhielt, Thököly habe diesen Platz geräumt und sich nach Nikopolis be­geben, .wandte sich der Markgraf aus dem unteren Thale des Timok direct gegen Vidin, vor welcher Festung er am 14. October anlangte. Die Besatzung dieses Platzes bestand aus 9000 Mann unter Hussein Pascha, wovon 2500 Mann die Citadelle besetzt hielten, der Rest aber in einem verschanzten Lager vor der Stadt auf- gestellt war. Der kaiserliche Befehlshaber beschloss, das Lager ohne Zeit­verlust anzugreifen. FML. Veterani trieb mit einigen Kanonen­schüssen die türkische Donauflottille zurück und warf sich sodann auf den rechten Flügel der feindlichen Verschanzungen, während der Markgraf dieselben in der Front erstürmte. Hussein Pascha gab nun seine Stellung und mit ihr die Stadt Vidin preis, in welche letztere die Kaiserlichen .nach einem kurzen Kampfe eindrangen und die darin befindliche Besatzung grösstenthcils niederhieben. Die Citadelle wies aber einen Sturm der Kaiserlichen ab und ver- theidigte sich bis zum 19. October, an welchem Tage ihre Garnison, gegen freien Abzug nach Nikopolis, capitulirte. Der Markgraf versicherte sich des gewonnenen Landes, indem er in dessen Plätze angemessene Garnisonen legte und sodann zwei Dragoner-Regimenter als Verstärkung zum Corps Piccolomini ab­gehen liess. Mit dem kleinen Reste seines Heeres zog er gegen Feth-Islam, das er herstellen liess, und von wo aus er Unter­handlungen mit Brankovan, dem Fürsten der Walachei, wegen Ueberwinterung der kaiserlichen Truppen in den walachischen Ortschaften anknüpfte. FML. Piccolomini hatte inzwischen Nisch befestigt und armirt und hierauf den Marsch gegen Süden (Altserbien) angetreten. Ueber Pristina zog er vor das befestigte Kacanik, welches die Türken Vidin. Kafanik

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