Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1689. 121 Wenige Zeit später selling der GFWM. Graf Herbeville einen türkischen Haufen bei Orsóvá und trieb die Feinde, die 150 Todte und 4 Fahnen verloren hatten, in diesen Platz hinein. Am 13. August brach die kaiserliche Hauptannee, welche das Csáky’sche Husaren-Regiment zur Recognoscirung voraus­gesendet hatte, aus ihrer bisherigen Stellung auf und gelangte nach einem anstrengenden Marsche durch dichte Wälder am 15. August nach Grabovac und am 20. August, nachdem mehrere aus ihren Ufern getretene Gewässer auf neu hergestellten Brücken hatten überschritten werden müssen, auf das Königsfeld gegenüber von Jagodina. Ungeachtet aller Schwierigkeiten war der Vormarsch der Kaiserlichen so überraschend ausgeführt worden, dass der Seraskier, der sich in seiner Flanke bedroht sah, in fluchtähnlicher Eile von Jagodina nach Krusevac zurückging. Als aber Mangel an Proviant und Fourage, dann die vollkommen unwegsame Gegend den Mark­grafen zwangen sechs Tage in seiner neuen Stellung zu bleiben ohne eine Verfolgung des Feindes einleiten zu können, kehrte der Seraskier wieder in sein altes Lager bei Jagodina zurück. Besorgend, dass der Seraskier in kurzer Zeit vom Grosswesir ansehnliche Ver­stärkungen erhalte, gedachte der Markgraf die Morava zu über­schreiten und den Seraskier zur Schlacht zu zwingen; aber das gänzliche Stocken der Verpflegung nöthigte ihn, statt dessen den Rückzug hinter die Resava nach Grabovac anzutreten. Am 26. August verhess die Armee das Königsfeld, um die mühseligen Märsche durch Wildnisse abermals zurückzulegen. Der Seraskier, welcher erwartete der Rückzug" der Kaiser­lichen werde ihm die Gelegenheit zur Vernichtung derselben bieten, liess den Tatarenfürsten Galga mit einem ansehnlichen Corps die Morava überschreiten und rückte mit seiner Hauptarmee, 40.000 Mann, gegen Semendria vor. Der Markgraf war inzwischen in Grabovac angekonmen und hatte bei diesem Orte eine Brücke schlagen lassen. Von hier sandte er am 29. August seine Infanterie unter GFWM. Heister auf das andere Ufer der Morava und nahm mit der deutschen Reiterei Stellung zwischen der Resava und dem Gebirge, während sich die Csáky’schen Husaren, die Deák’sclie und raizische Miliz, unter dem Obristen St. Croix, vor seiner Front in einen Hinter­halt legten. Beim Heranrücken der Tataren warf sich St. Croix in Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 9 Orsova. Grabovac.

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