Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

86 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683 —1699. Munkács. Szent­Benedek. Hermann­stadt. Szegedin. ertheilt, die eigentliche Belagerung von Munkács zu unternehmen. Im Anfänge des Monats März erschien Caprara mit 2500 Mann und 8 Mörsern vor diesem Platze. Er begann am 16. März die Be- schiessung und zwang die Vertheidiger bald zum Rückzuge in das obere Schloss, in welchem sie aber nun den hartnäckigsten Wider­stand leisteten; sie fügten den Kaiserlichen empfindliche Verluste zu und vereitelten deren Versuch, den breiten und tiefen Wasser­graben abzuleiten. Als endlich Hochwasser eintrat, das die Belagerungsarbeiten der Kaiserlichen zerstörte und gleichzeitig der Hofkriegsrath die Einstellung der Belagerung anordnete, wurde diese mit Ende April wieder in eine leichte Blockade verwandelt. EML. Graf Scherffenberg sammelte im Frühjahre beit Szat- már ein Truppen-Corps, das allmälig auf 12.100 Mann anwuchs und bestimmt war, den unverlässlichen Fürsten Apafi in Schach zu halten und Klausenburg und Déva mit kaiserlichen Truppen zu besetzen. Scherffenberg verlor bei der Ausführung dieses Auftrages bei Szent-Benedek ein Doppeltreffen gegen Siebenbürger und Tataren und konnte sich erst im Juli nach einem siegreichen Ge­fechte bei Hermannstadt der beiden genannten Plätze versichern. Inzwischen hatte sich bei Szegedin ein ansehnliches tatarisches Corps um Thököly gesammelt und auch der Seraskier Achmed Pascha war mit Truppen daselbst eingetroffen. FML. Mercy brach mit 5000 Mann von Szolnok auf, zog den in der Nähe stehenden Obristen David Petneházy an sicli und rückte mit diesem vereint am 23. April rasch gegen Szegedin vor. Die an der Tete mar- schirenden Ungarn überfielen am folgenden Tage die Tataren im Lager, hieben die meisten derselben nieder und jagten den Rest in die Flucht. In der Nacht waren bei Szegedin 2000 Türken über die Theiss gegangen, um Proviant aufzutreiben. Als diese Türken das Kampfgetümmel in der Nähe vernahmen, suchten sie die Tataren zu unterstützen; Mercy warf sich ihnen entgegen und hielt sie auf, während GFWM. Heissler den Weg nach der Cita- delle verlegte. Von drei Seiten angegriffen, schlugen sich indessen die Türken in einem verzweifelten Kampfe in der Richtung gegen Szegedin durch. Als aber Heissler den Fliehenden so heftig nach­drängte, dass er mit ihnen zugleich in die Festung einzubrechen drohte, schloss die Besatzung die Thore und überliess die aussen befindlichen Türken ihrem Schicksale. 1500 derselben, darunter ein

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