Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

94 M achalicky. Gefecht bei Leonessa am 9. März 1821. Am 8. März um halb 6 Uhr Nachmittags erhielt das Detachement Oberst Schneider den Befehl des Armee-Commandos, von Piedilugo sofort nach Leonessa aufzubrechen, über La Posta gegen Antrodocco zu rücken und hier bei dem Angriffe des Gros mitzuwirken. Um 6 Uhr Abends trat die Colonne den Marsch an. Die vollständige Finsterniss, unaufhörlicher Regen, später starkes Schnee­gestöber mit Frost und Nebel gestalteten diesen Nachtmarsch im unwegsamen Felsengebirge zu einem sehr mühsamen, so dass zur Zurücklegung der normal zwölf Wegstunden betragenden Strecke von Piedilugo nach Leonessa volle 17 Stunden erforderlich wurden. Als sich die Tete um 11 Uhr Vormittags unangefochten der kleinen, von den Höhen in Süd und West gänzlich beherrschten Stadt Leonessa näherte, brachte man in Erfahrung, dass der Gegner noch mit etwa 2 Bataillonen den Ort besetzt halte, alles Uebrige aber bereits früher abgezogen sei. Oberst Schneider ordnete nun die Entwicklung seiner Truppen an und ging ungesäumt gegen den Ort vor. Der überraschte Feind hielt nicht Stand, sondern floh in grösster Eile und Verwirrung beim entgegengesetzten Stadtthor hinaus. Indessen wurde er bald, noch in der Nähe der Stadt, durch den zu seiner Verfolgung entsendeten Husarenzug des Oberlieutenants Ottinger ereilt, welcher 2 Officiere und bei hundert Mann gefangen nahm. Der Rest floh in die Berge. Auch ein Theil der Bagage der Neapolitaner wurde genommen. Der österreichische Verlust betrug einen Verwundeten und zwei Pferde. Da die allgemeine Erschöpfung der Truppen einen Weiter­marsch unmöglich machte und übrigens es doch nicht mehr mög­lich gewesen wäre, am gleichen Tage bei Antrodocco einzutreffen, entschied sich Oberst Schneider, in Leonessa zu verbleiben und erst am 10. März die Vorrückung fortzusetzen. Die Stadtbewohner empfingen mit der Geistlichkeit an der Spitze die österreichischen Truppen feierlich vor dem Stadtthore. Gefechte hei Monte Reale und Marano am 10. März 1821. Am 10. März brach Oberst Schneider um 4 Uhr Früh nach La Posta auf, traf dort um 10 Uhr Vormittags ein und fand den

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