Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

54 Machalicky. nördlich des Po erfolgen und konnte die Versammlung derselben aus den bisherigen Cantonnirungen innerhalb acht Tagen voll­zogen sein. Für die weitere Durchführung der Operation hielt G. d. C. Freiherr von Frimont an der Absicht fest, rasch an die Grenze des Königreichs Neapel vorzurücken, hier die ganze Armee zu concentriren und mit derselben sogleich die Operationen gegen den Feind aufzunehmen.1) Falls nicht die Umstände Anderes er­fordern sollten, war dieser Angriff gegen die in den Abruzzen stehende Gruppe des Feindes, das 2. Corps unter Pepe, geplant.2) Die weiteren Schritte mussten vom Erfolge und vom Verhalten der Neapolitaner abhängen. Die Cooperation der Flotte konnte im Beginne nur eine Unterstützung der Division Wallmoden, beziehungsweise den Schutz der wehrlosen Küstenstriche von Istrien und Dalmatien, zum Ziele haben. Diesen beiden verschiedenen Aufgaben entsprach auch die Theilung der Flottille in eine stärkere, unter Commando des GM. Marquis Paulucci stehende Abtheilung und eine leichte vom Cor- vetten-Capitän Ivanossich befehligte Schiffs-Division.3) Der Vormarsch der Oesterreicher an die neapolitanische Grenze. Durch die Berichte des G. d. C. Freiherrn von Frimont über den Fortgang der Rüstungen war der Staatskanzler Fürst Metter­nich in die Lage gesetzt, die formelle Beendigung der Laibacher *) *) Frimont an den Kaiser, 15. und 18. Januar. (K. A. 1821, I. 27 und 33.)-) Dessgleichen, 20. Januar. Das Gros wird von Perugia über Foligno und Spoleto gegen Rieti dirigirt, »um den hinter dem Tronto stellenden Gegner, der sieh wahrscheinlich auch Rieti’s bemächtigen wird, anzugreifen. «(K. A. 1821,1. 38.) 3) Paulucci sollte gemäss der ihm zugekommenen Instruction (K. A. 182], I. 79 a) Ancona anlaufen, dem dortigen päpstlichen Commandanten Schutz gegen die Neapolitaner antragen und von Ancona aus eine Verbindung zur österreichi­schen Haupt-Colonne einrichten. Für fernere Unternehmungen war die Besetzung der Inseln Trementi, eines berüchtigten Corsaren-Sclilupfwinkeis, eventuell eine Diversion im Rücken des Feindes gegen Manfredonia in Aussicht genommen. Ivanossich hatte an der östlichen Küste der Adria zu kreuzen und die unter österreichischer Flagge verkehrenden Kauffahrer vor den angeblich auf Morea ausgerüsteten feindlichen Kaperschiffen zu beschützen. (H. K. R. 1821, II. 16.)

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