Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)
Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853
Bosnien und Montenegro 1853. 129 Für die in Croatien angesammelten Truppen, ungefähr 20.000 Mann und 3000 Pferde, wurde die Verpflegung auf drei Monate sichergestellt. Zur Ergänzung der Beschuhung wurden 3000 Paar ungarische und 2000 Paar deutsche Schuhe, nebst 400 Paar Halbstiefeln von Graz nach Karlstadt abgesendet. Der äusserste rechte Flügel der Cantonnirung des Armee-Corps an der Una kam bei Vaganac und Sadilovac im Oguliner-Regi- mente und der äusserste linke Flügel in Dubica im zweiten Banal- Regimente zu stehen, wobei die Truppen, wenn auch nothdürftig, ihre Unterkunft finden konnten. Die zwei Brigaden der ersten Division wurden aus dem Karlstädter Magazin, die zwei Brigaden der zweiten Division nebst der Geschütz-Reserve aus dem Sisseker Magazin verpflegt.1) Die Cavallerie-Brigade, welche in der Grenze wegen Mangel an Stallungen und Fourage nicht unterzubringen war, konnte zwischen Agram und Petrinia, dann längs der Kulpa in Cantonnirung verlegt und aus dem Agramer Magazin verpflegt werden.2) Die Verpflegs-Bedürfnisse eines Armee-Corps liessen sich im Lande nicht aufbringen, es musste hiefür durch Zuschub aus dem Banate gesorgt werden, weniger in Frucht, als in Backmehl, da besonders in den Grenz - Regiments - Bezirken nicht hinreichend Mühlen vorhanden waren, und weil die Frucht, welche zu Wasser bis Sissek gelangt, zur Vermahlung also in das rückwärtige Provinzial- Gebiet, von da aber wieder nach vorwärts hätte gebracht werden müssen, was grosse Auslagen verursacht haben würde. Der Bedarf an Schlachtvieh konnte durch Lieferung sichergestellt werden; in der Grenze war jedoch Mangel zu befürchten, da dort Schlachtvieh zum grössten Theil aus Bosnien bezogen wird, diese Quelle aber jetzt gesperrt war. Die bestehenden Militär-Spitäler hatten einen kaum für die Garnisonen zureichenden Fassungsraum; Localitäten für die Etab- lirung grösserer Spitäler waren besonders in der Militär - Grenze nicht vorhanden. Es mussten daher kleine Feld-Spitäler errichtet werden, mit einem grösseren Stande an ärztlichem Personale, als unter anderen normaleren Verhältnissen nöthig gewesen wäre. ') K. A. 1853, Fase. 1, Nr. 83, 123, 135. 2) K. A. 1853, Fase. 2, Nr. 86. Mitth. des k. k. Kriegs-Archivs, Neue Folge I. 9