Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)
Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853
126 Gerba. Dieser Punkt muss mit den vorhandenen Mitteln, wozu die zwölfpfündige Batterie nach Herstellung des Weges über Prjedor zugezogen wird, genommen und als Depot-Platz hergerichtet werden. Yon Banjaluka führen zwei parallele Wege, der bessere über Skender Vakuf, der schlechtere über Jaice nach Travnik, beide nur für einzelne Reiter brauchbar. Das Gros der Armee kann in sieben Märschen Travnik erreichen. Von Travnik wird der Weg im Bosna-Thale über Zenica, Zepce, Tesanj und Dervent auf Brod nach rückwärts eröffnet und hergestellt, wozu nach Umständen zwei Bataillone oder einige Escadronen oder eine ganze Brigade verwendet werden muss. Es ist sodann die kürzeste und beste Verbindung mit Esseg und der Donau-Wasserstrasse in unserem Besitze. Während der Vorrückung des Gros der Armee nach Travnik wird die Division Macchio, nach Bezwingung der Feste Bihaö, vereint über Petrovac und Kljuc, von wo sie mit dem Gros in Banjaluka die Verbindung erhält und über Jaice auf Skoplje operiren, um von hier den Pass Ak Hinar zu öffnen und über Kupres, wenn es nothwendig sein sollte, die Verbindung mit der Division Mamula zu suchen. Von Travnik bewegt sich das Gros der Armee in beiläufig fünf Märschen über Zenica, Kakanj nach Sarajevo, die Division Macchio über Travnik, Vitéz, Busovaca und Rakovica ebendahin. Diese Operation kann somit, vom Uebergange über die Una gerechnet, und vorausgesetzt, dass kein Aufenthalt wegen der Verpflegung eintritt, bei voraussichtlich geringem Widerstande von Seite türkischer Truppen in 17 Marsch-Tagen, und wenn man den Aufenthalt bei Banjaluka als befestigten Punkt, dann das Abwarten der einen längeren Weg durchziehenden Seiten-Colonnen, endlich einige unumgängliche Rast-Tage in Rechnung zieht, in 22 bis 25 Tagen vollzogen werden. Dabei ist aber der im Voraus nicht zu beurteilende Zeitaufwand keineswegs in Anschlag gebracht, der zur fahrbaren Herstellung der Hauptlinien erforderlich und von welchem lediglich der Nachschub der Haupt-Magazine abhängig ist. Erst bei Sarajevo tritt die Armee in einen Landstrich, wo grössere Truppenmassen bequem lagern und vielleicht auch im Lande selbst verpflegt werden können. Von hier wird die Passage über das Ivan-Gebirge nach Konjica eröffnet, um mit der