Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)
Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853
Bosnien und Montenegro 1853. 113 In der Crmnicka Nahia wurden die arnautischen Beg’s fort und fort geschlagen, weil es ihnen völlig an Einheit des Handelns fehlte. Reis Pascha wieder wartete, statt die Obostica rechtzeitig zu überschreiten, bis die Roscani sich empörten und wurde geschlagen. Derwisch Pascha endlich hielt sich an das befestigte Blockhaus des Yojvoden von Grahovo und kam nicht darüber hinaus. Die Elemente und die Unthätigkeit der türkischen Comman- danten mussten den Montenegrinern gegen die Unterjochung durch die Türken helfen, denn ihre Massnahmen allein hätten vom militärischen Standpunkte kaum als hinreichend hiezu bezeichnet werden können. So schildert Oberstlieutenant Stratimirovic, welcher in besonderer Mission in der Crnagora sich befand, am 2. Februar die Verhältnisse daselbst wie folgt:1) »In Cetinje ist nicht die geringste Streitmacht concentrirt und der Fürst Danilo selbst in die unbegreiflichste Sorglosigkeit gewiegt. Von Cetinje bis an das Lager Omer Pascha’s vor Spuz, einer Wegstrecke von beiläufig fünf Stunden, sind weder Boten, noch ein Aviso-Posten aufgestellt, welche die Annäherung des Feindes bei Zeiten avisiren könnten. Auf die nachtheiligen Folgen hievon aufmerksam gemacht, erwiderte der Fürst mit dem grössten Selbstvertrauen, dass Omer Pascha sicherlich nicht wagen werde, nach Cetinje vorzurücken, versprach aber nach dem Anlangen einer aus Oesterreich erhaltenen Batterie (sechs Stück dreipfündige Geschütze mit Munition und Instructoren), welche am 4. Februar von Cattaro nach Cetinje geschafft wurde, 2000 Montenegriner zu vereinigen und mit diesen eine Flankenstellung zu nehmen.« Nach vielem Zureden gelang es dem Oberstlieutenant Strati- mirovié, den Fürsten dahin zu bewegen, dass er einen Vertrauten, Serdar Novica, in die Bielopavlicka Nabia sende, um die dortige Bevölkerung zu bestimmen, im Rücken Omer Pascha’s den Guerilla- Krieg zu organisiren. Der Fürst händigte dem Vertrauten zweihundert Dukaten ein, damit er diese dort vertheile. Der Oheim des Fürsten, Georg Petrovic, Vice-Präsident des Senates (ehemals russischer Officier), welcher sich vor Mitte Januar ’) K. A. 1853, Pasc. 2, Nr. 98. Mitth. des k. k. Kriegs-Archivs, Nene Folge I. 8